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Weniger Bestattungen
Vier Friedhöfe schrumpfen in Bernsdorf

Solch eine Urnengemeinschaftsanlage soll 2018 in Wiednitz entstehen. Foto: Stadtverwaltung Bernsdorf
Solch eine Urnengemeinschaftsanlage soll 2018 in Wiednitz entstehen. Foto: Stadtverwaltung Bernsdorf FOTO: Stadtverwaltung Bernsdorf
Bernsdorf. Wo weniger Menschen leben, wird auch weniger gestorben. Bernsdorf richtet deshalb gerade die kommunalen Friedhöfe auf die Erfordernisse der Zukunft aus. In allen vier Ortsteilen wird die letzte Ruhestätte kleiner. Von Catrin Würz

Viel Wiese und zwischendrin ein paar vereinzelte Gräber, so stellen sich in der Region vor allem viele kleinere Friedhöfe dar. Ein Bild, das eigentlich nicht den herkömmlichen Ansprüchen an eine Begräbnisstätte entspricht und zudem erhebliche Kosten verursacht. Auch in den Bernsdorfer Ortsteilen Wiednitz, Straßgräbchen, Großgrabe und Zeißholz sind bei sinkenden Einwohnerzahlen die Flächen für Bestattungen und Beerdigungen verstorbener Menschen inzwischen viel zu groß. Die Stadt hat deshalb in den vergangenen Monaten für die kommunalen Anlagen untersuchen lassen, mit welchem Aufwand die Friedhöfe für die Zukunft angepasst werden können.

„Bei unserer Bedarfsermittlung sind wir vom Maximalfall ausgegangen. Also was wäre, wenn jeder Verstorbene in den kommenden 20 Jahren tatsächlich in einem Grab beerdigt würde“, erklärte die Bernsdorfer Hauptamtsleiterin Gabriele Witschaß die Überlegungen der Verwaltung. Käme es so, würden für Wiednitz zum Beispiel für diesen Zeitraum statistisch angenommene 338 neue Gräber benötigt, während im gleichen Zeitraum 245 Gräber in ihrer Liegezeit ablaufen und frei werden. Doch so wird die Rechnung für die Zukunft nicht zu machen sein. Denn viel extremer stellt sich die Situation allerdings in Zeißholz und Großgrabe dar. Für diese Orte geht die Statistik von lediglich 50 bis 60 Todesfällen im Ort aus, während in den nächsten zwei Jahrzehnten mehr als 100 sowie in Großgrabe gar 223 Gräber frei werden.

Doch nicht nur potenziell sinkende Bestattungszahlen sind ausschlaggebend dafür, wie die Friedhöfe in der Zukunft aufgestellt sein müssen. Auch die Form und Art der letzten Ruhestätte ist mehr und mehr einem Wandel ausgesetzt. „Der Trend geht hin zu personifizierten Urnengemeinschaftsanlagen“, erklärt die Bernsdorfer Haupamtsleiterin.

Viele Menschen wollen den Pflegeaufwand für Reihengräber oder Reihenurnengräber umgehen, weil die Angehörigen das nicht leisten können. Gemeinschaftsgrabanlagen, an denen der Name des Verstorbenen genannt wird, wünschen sich deshalb auch Wiednitz und Straßgräbchen.

Aber: In solchen Anlagen sind letztlich mehr Menschen auf relativ kleinem Raum bestattet. Auch dies führt letztlich dazu, dass die Friedhöfe insgesamt zu groß werden.

Drei konkrete Maßnahmen wird die Stadt Bernsdorf in Abstimmung mit den Ortschaftsräten ab nächstem Jahr auf ihren kommunalen Begräbnisstätten umsetzen: In Wiednitz wird ab 2018 und in Straßgräbchen ab 2019 eine neue personifizierte Urnengemeinschaftsanlage entstehen. Auf dem Friedhof Zeißholz werden 2020 unbelegte Friedhofsflächen abgegrenzt. Für die nahe Zukunft ist in Großgrabe die Erweiterung einer schon vorhandenen Urnengemeinschaftsanlage geplant, indem sie gespiegelt noch einmal entsteht.