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Wort zu Ostern
Vielerlei Österliches

Görlitz. Osterhase, Ostereier, Osterferien, Osterwasser, Osterreiten, Ostermarsch. Da ist in diesen Tagen wieder richtig was los in Deutschland. Auch auf den Autobahnen, Staus inclusive. Und dann die vollen Supermärkte. Danke, liebe Verkäuferinnen, dass Sie trotzdem freundlich bleiben!

Über all dem Trubel ließe sich vergessen, warum wir überhaupt Ostern feiern. Manches Kind, das Sonntag mit seinen Eltern oder der Oma in den Gottesdienst geht, mag überrascht sein, wenn es hört, dass es noch einen anderen Grund für dieses Fest gibt, als die Eier, die der Osterhase bringt. Und auch unter uns Erwachsenen ist sich nicht jeder sicher, was denn der Unterschied zwischen Karfreitag und Ostern ist. Wer vermutet, dass Karfreitag mit dem Tod Jesu am Kreuz zu tun hat und Ostern die Auferstehung Jesu gefeiert wird, liegt genau richtig. Aber welche Bedeutung hat der Osterhase? Und warum gibt es bunte Eier? Das hängt mit der biblischen Ostergeschichte zusammen. Hase und Ei gelten seit alters her als Symbole für das, was nach Karfreitag in Jerusalem passiert ist. Am Karfreitag stirbt Jesus am Kreuz. Freunde legen seinen Leichnam in eine Grabhöhle. Drei Tage später kommen in der Frühe Frauen zum Grab und erfahren das Wunder: Jesus lebt! Der Tod hat seine Macht über das Leben verloren. Hase und Ei erinnern an diese Botschaft. Aus dem Ei entsteht immer wieder neues Leben. Die Küken beweisen es. Und der Hase? Seine Jungen werden in der Zeit um Ostern in einer Erdmulde geboren. Die ähnelt der Grabhöhle, aus der Jesus ins Leben auferstanden ist. Aber wieso bringt der Hase dann die Eier? Die Verbindung vom Ei mit dem Hasen ist durch das Osterbrot gekommen. Dem Brot, in dem ein Ei eingebacken wurde, wurde zusätzlich ein Hasenbild aufgeprägt. Dadurch entstand die Vorstellung vom Eier legenden Hasen.

Wir können also Kindern und Enkeln, die sich auf den Osterhasen freuen und gerne die bunten Eier suchen, die im wahren Sinne des Wortes wunderbare Geschichte der Auferstehung Jesu erzählen. Und das Gute ist dabei, dass sie auch uns gilt. So wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Zeitung ein frohes, gesegnetes Osterfest!

Martin Herche
Generalsuperintendent

(Martin Herche)