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Viele Tipps für ältere Semester

Paula Strobel und Sigrid Tschirschwitz (r.) kamen gestern auf der 2. Seniorenmesse oft ins Gespräch – auch hier am Stand von Kräuter-Meyer.
Paula Strobel und Sigrid Tschirschwitz (r.) kamen gestern auf der 2. Seniorenmesse oft ins Gespräch – auch hier am Stand von Kräuter-Meyer. FOTO: Würz
Hoyerswerda. "Fühlen Sie mal, wie angenehm das ist." Behutsam führt Anja Felsch die Hand der älteren Dame durch die Schüssel mit Linsen. Catrin Würz

Die Hülsenfrüchte rieseln einzeln durch die Finger und massieren hauchzart die Haut. "Und wenn die Linsen etwas angewärmt sind, ist der Effekt noch größer", ergänzt sie. Anja Felsch ist Arzthelferin von der Tagesklinik für Geriatrie am Lausitzer Seenland-Klinikum. Zur 2. Seniorenmesse in Hoyerswerda gibt sie gestern den Besuchern nützliche Tipps, wie diese ihre Fingerfertigkeit und die Beweglichkeit der Arme auch bei Rheuma oder Arthrose trainieren können. "Dafür können oft ganz einfache Dinge verwendet werden - wie eben die Linsen", empfiehlt die Krankenschwester.

Wer noch ein bisschen mehr Power hat, kann sich gleich nebenan am Stand von "City Fitness" bei Beate Fischer und dem Chef Enrico Müller über Kraft- und Ausdauertraining im Alter, aber auch über Reha-Sport informieren. Den Kursplan können Besucher natürlich mitnehmen. "Kraft und Muskeln sind schließlich die Grundlage für alles, wenn man so lange wie möglich auch im Alter fit bleiben will", sagt Fitness-Fachberaterin Beate Fischer.

Solche, aber auch ganz andere Angebote speziell für das "ältere Semester" hat gestern die 2. Seniorenmesse im "Visavis"-Saal im Sparkassengebäude in Hoyerswerda gebündelt. Mehr als 20 Vereine, Institutionen, Serviceanbieter zu den Themen Gesundheit, Wohnen, Kultur, Freizeit, Sport und Sicherheit haben sich präsentiert. Die Feuerwehr erklärt Interessierten die Funktionsweise von Rauchmeldern, während Volkshochschule, Kulturbund und Kunstverein für ihre Veranstaltungen und Freizeitangebote werben. Der Blinden- und Sehbehindertenverband ist mit seinem Beratungsmobil "Blickpunkt Auge" vor Ort. Mitarbeiterin Ulrike Meinhold lässt die Messebesucher Brillen aufsetzen, die verschiedene Augenkrankheiten des Alters simulieren. Viele erschrecken, wenn sie nur noch Schemen oder Bildausschnitte erkennen. "Das ist für Angehörige wichtig, mal so eine Erfahrung zu machen. Damit sie das besser verstehen können", sagt sie.

Die Vielfalt der Angebote auf der Seniorenmesse lobt Bürgermeister Thomas Delling. "Diese Veranstaltung ist wichtig für unsere Stadt. Getreu dem Motto ,Gemeinsam statt einsam' gibt es hier einiges zu entdecken", sagt er in seinen Begrüßungsworten.

Das finden übrigens auch die Besucherinnen Genia Westphal, Katharina Arnold und Petra Knote. Gerade haben sie sich am Stand des Lausitzbades bei Schwimmlehrerin Petra Zickler zu dritt für einen Wassergymnastik-Kurs eingeschrieben. "Viele sagen immer: In Hoyerswerda wäre nichts los. Aber das stimmt nicht. Wer was tun will, der findet auch was. Die Seniorenmesse ist eine gute Möglichkeit, sich zu informieren. Man muss sie nur nutzen", bemerkt Petra Knote.

Parallel zur kleinen Seniorenmesse läuft im Saal nebenan der 2. Seniorentag. Den hat die Schülerfirma "Pupils on Stage" (Schüler auf der Bühne) vom Lessing-Gymnasium mit vorbereitet. Während Chefarzt Dr. Frank Dietrich vom Klinikum über die Alterspyramide referiert und anschließend Chormusik und ein Gesangsduo die Gäste erfreuen, kredenzen die jungen Mitarbeiter aus der Schülerfirma den Senioren Kaffee und Kuchen. Denn auch das ist schließlich ein Anspruch des Seniorentages: Alt und Jung im Miteinander.