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| 16:36 Uhr

Lauta
Viel mehr als nur ein Warenhaus

Die Osterschlemmerei hat die Ladenregale längst eingenommen. Das Sortiment bestellt haben Chefin Christine Kunert (r.) und ihre Verkäuferinnen Sybille Neumann und Aksana Kutscher (l.) bereits im September des Vorjahres.
Die Osterschlemmerei hat die Ladenregale längst eingenommen. Das Sortiment bestellt haben Chefin Christine Kunert (r.) und ihre Verkäuferinnen Sybille Neumann und Aksana Kutscher (l.) bereits im September des Vorjahres. FOTO: Anja Hummel / LR
Lauta Dorf. Direkt an der Bundesstraße 96 in Lauta Dorf gibt es seit 28 Jahren einen Einkaufskomplex mit Extra-Service. Von Anja Hummel

Die neuen Kühltruhen sind endlich da. Das wirbelt den Tagesablauf gehörig durcheinander. Die Frauen im Lautaer Landwarenhaus räumen ein und um. Rücken und schieben hier und dort, bedienen zwischendurch die Kundschaft. Am Morgen kam der plötzliche Anruf einer befreundeten Kollegin. „Sie hat ihre Truhen an uns abgegeben“, erzählt Christine Kunert. Die Frau mit den dunkelroten Haaren ist die Chefin über dem Warenhaus. Seit geschlagenen 28 Jahren.

Direkt an der Bundesstraße 96 zwischen Hoyerswerda und Senftenberg liegt das Landwarenhaus mit zugehörigem Imbiss. Ein jeder, der diese Straße schon befahren hat, wird die markante Papp-Frau mit dem roten Pullover und dem Schild in den Händen schon einmal bemerkt haben. Am Straßenrand weist sie auf die aktuellen Empfehlungen hin. Heute sind Weintrauben und Käse im Angebot. Doch was von außen womöglich verspielt und dörflich wirkt, ist in Realität harte Arbeit. Von morgens ums sechs bis abends um acht arbeitet Christine Kunert für ihren Laden. Dazu gehört weit mehr als der Dienst an der Kasse. „Wir bekommen jeden Tag frische Ware geliefert“, sagt die gut gelaunte Frau. Das müsse zuvor natürlich alles bestellt und danach einsortiert werden. Beliefert wird das Landwarenhaus hauptsächlich von Rewe. „Aber wir haben auch regionale Zulieferer“, versichert Christine Kunert. So kommen die Backwaren frisch von der Bäckerei Krause aus Lauta, das Leinöl stammt aus der Hoyerswerdaer Ölmühle, die Molkeprodukte werden aus Elbe-Elster angeliefert, die Säfte sind aus Hosena.

„Die meisten Menschen sind über unser großes Sortiment erstaunt“, so die Inhaberin. Wahrlich eine Herausforderung sei es, auf verhältnismäßig kleinem Raum so viel Vielfalt unterzubringen. „Wir versuchen auf so viele Kundenwünsche wie möglich einzugehen“, sagt Christine Kunert.  Für sie der ausschlaggebende Grund, warum die Kundschaft ihr und dem siebenköpfigen Team die Treue hält. Neben dem persönlichen Kontakt und der Hilfe beim Einkauf gibt es aber auch noch ein anderes schlagendes Argument, warum das Warenhaus „wichtig für die Menschen ist“, wie Christine Kunert sagt. „Es ist auch ein kleiner Treffpunkt“, weiß die Chefin. Direkt nebenan ist der dazugehörige Imbiss, oben kann ein Saal für Feiern gemietet werden. Außerdem wird ein Wäscheservice angeboten, im Gebäude gibt es einen Friseur- und Massagesalon für Termine nach Absprache. Es ist ein ganzer Komplex an Angeboten, der sich da direkt an der Bundesstraße offenbart.

Die meisten der Kunden seien freilich älter, aber auch viele Zugezogene haben den Mehrwert vor Ort erkannt. „Und im Sommer profitieren wir zum Glück von den Strandurlaubern“, wie Christine Kunert verrät. Die Ergänzung mit dem Imbissangebot sei auch nicht verkehrt. Gut 50 Gerichte wandern hier täglich über die Theke – zum Beispiel Rührei mit Spinat oder Gulaschsuppe.

 Im Warenhaus nebenan sind momentan eher andere Köstlichkeiten „im Trend“. Am Ende des Mittelganges springen sie einem fast entgegen. Die Ostereier, Osternester, Osterhäschen – bereit zum Vernaschen. „Die Bestellungen mussten wir schon im September aufgeben“, sagt die Warenhaus-Inhaberin mit einem Kopfschütteln. Einzuschätzen sei das so weit im Voraus nur schwer. „Wir müssen uns am Vorjahr orientieren“, so Christine Kunert. Ein wenig Spekulation ist immer dabei. So möchte die Chefin ihren Kunden stets etwas Besonderes anbieten, „was es nicht überall gibt“. Ob in diesem Jahr die extravaganten Schoko-Osterfiguren  im Regal verstauben oder morgen vergriffen sind, weiß sie nie so genau. Selber findet die 67-Jährige es ein wenig schade, dass die Feiertagsware schon so zeitig in den Läden zu finden ist. „Da geht doch die ganze Vorfreude verloren.“ Aber, betont sie, das frühzeitige Osterflair schaffen nicht die Händler, sondern die Wirtschaft. Viel mehr Stress als üblich hat das Warenhaus-Team vor den Osterfeiertagen nicht. Platztechnisch müsse ein wenig improvisiert und für die Tage vor den langen Wochenenden mehr Ware bestellt werden. Doch während die Kundschaft noch die Osterhasen im Korb hat, muss Christine Kunert schon an das nächste Fest denken: Im April werden die Weihnachtsmänner bestellt.

Zum KKK Landwarenhaus in Lauta-Dorf gehört auch ein Imbiss. Täglich verteilt hier Rosemarie Lieske (r.) die frischen Gerichte. Servicekraft Sandra Opiela hilft ihr dabei und Chefin Christine Kunert (l.) schaut auch immer wieder vorbei.
Zum KKK Landwarenhaus in Lauta-Dorf gehört auch ein Imbiss. Täglich verteilt hier Rosemarie Lieske (r.) die frischen Gerichte. Servicekraft Sandra Opiela hilft ihr dabei und Chefin Christine Kunert (l.) schaut auch immer wieder vorbei. FOTO: Anja Hummel / LR
Markenzeichen Aufsteller: Jeder, der schon einmal auf der B 96 durch Lauta-Dorf gefahren ist, dürfte die „Dame mit dem schwarzen Haar“, die direkt vor dem KKK Landwarenhaus, bemerkt haben.
Markenzeichen Aufsteller: Jeder, der schon einmal auf der B 96 durch Lauta-Dorf gefahren ist, dürfte die „Dame mit dem schwarzen Haar“, die direkt vor dem KKK Landwarenhaus, bemerkt haben. FOTO: Anja Hummel / LR
Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR