ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:07 Uhr

Facebook-Diskussion
Veto gegen eine Gundermann-Straße für Hoyerswerda

Umfrage: Soll Hoyerswerda eine Gundermann-Straße bekommen?
Umfrage: Soll Hoyerswerda eine Gundermann-Straße bekommen? FOTO: LR / Katrin Janetzko
Hoyerswerda. Der Vorschlag für eine Straße zu Ehren des Liedrockpoeten Gerhard Gundermann wird im Internet heiß diskutiert.

„Albern“, „Keine Straße für Spitzel“ und „Ich will auch eine.“ – so lauten nur einige der Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook auf den Vorschlag für eine Gerhard-Gundermann-Straße in Hoyerswerda. Im vergangenen Stadtrat hatte Christian Völker-Kiesch­nick seine Idee vorgetragen: „Gundermann hat durch seine Lieder ein positives Bild unserer Stadt ins restliche Deutschland und sogar in andere europäische Länder getragen“, begründet der ehemalige Vorsitzende des Jugendstadtrates den Vorschlag. Auch eine passende Straße zur Umbenennung hat er in petto: „Im WK I sind schon Zuse, Reimann, Damerau und Peters zu Hause. Warum machen wir den Reigen nicht komplett und benennen die Clara-Zetkin-Straße um?“, fragt er.

Im Internet spricht sich die Mehrheit dagegen aus. Das wird zumindest aus einer nicht repräsentativen Umfrage der RUNDSCHAU deutlich. Von insgesamt 118 Teilnehmern stimmten 64 Prozent gegen eine Straße für „Gundi“. Besonders die Stasi-Vergangenheit des singenden Baggerfahrers, der 1998 verstarb, wird als Gegenargument angeführt. „Wäre schade um das Geld, was so eine Aktion kosten würde! Ich verstehe diesen Hype um ihn sowieso nicht!“, lautet ein Kommentar. Oder: „Es gibt Menschen, die wirklich was für die Stadt getan haben. An die denkt keiner.“ Aber es gibt auch Befürworter: „Typisch Hoy. Verweigert sich immer seinem Erbe, bei Reimann genauso. Hätten wir mal was, worauf wir stolz sein könnten, aber nein. Ist man lieber stolz auf Deutschland.“

Der Vorschlag vom Hoyerswerdaer Musiker Christian Völker-Kiesch­nick liegt nun dem Stadtrat vor. Auch Frank Hirche, CDU-Fraktionsvorsitzender des Stadtrates, mischt sich in die Facebook-Diskussion ein: „Jeder hat das Recht, Vorschläge zu machen. Ob diese dann letztendlich umgesetzt werden, ist dann eine andere Frage.“ Eine Frage, die der Stadtrat entscheiden müsste. Doch bevor das passiert, so Hirche, müsse der Vorschlag erst einmal durch eine Fraktion oder durch den Oberbürgermeister per Beschluss im Stadtrat eingebracht werden. Die Einbringung eines solchen Antrages seitens der CDU-Fraktion sei nicht beabsichtigt, betont Hirche.

Christian Völker-Kieschnick selbst interpretiert seit vielen Jahren Gundermann-Lieder, möchte „den Geist dahinter weitertransportieren“. Natürlich weiß er: Gundermann ist umstritten. Seine Stasi-Vergangenheit stoße bitter auf. Gleichzeitig stellt er fest: Die Vergangenheit anderer Hoyerswerdaer Persönlichkeiten, wie der von Schriftstellerin Brigitte Reimann, sei sicherlich auch nicht frei von Fehlern.