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| 13:55 Uhr

Lausitzer Seenland
Zeitverzug: ja, Probleme: nein

Das neue Segel- und Inklusionszentrum des 1.Wassersportverein Lausitzer Seenland soll bis Ende 2018 fertig sein.
Das neue Segel- und Inklusionszentrum des 1.Wassersportverein Lausitzer Seenland soll bis Ende 2018 fertig sein. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda/Geierswalde. Es wird das neue Schmuckstück am Geierswalder See – das Segelzentrum. Dies soll auch für behinderte Sportler offen stehen. Im Dezember könnte das Gebäude fertig sein. Zurzeit wird noch gebaut. Von Sascha Klein

  Wer derzeit vor dem Geierswalder Leuchtturm nach links blickt, hat schon eine Vorahnung, dass das neue Segel- und Inklusionszentrum des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland ein Hingucker wird. Stolz steht das spätere Vereinsheim der 220 Vereinsmitglieder nahe der Anlegeplätze und wartet auf seine Fertigstellung. Der Rohbau ist fertig, die Fenster sind montiert, auch den Putz hat das neue Gebäude bereits an den meisten Stellen bekommen. Die Bauarbeiten gehen voran – auch wenn sich Verein und Vorstand gewünscht hätten, zum jetzigen Zeitpunkt schon weiter zu sein. „Wir sind ein wenig im Zeitverzug“, sagt Vereinschef Klaus Wiegmann. „Wir sind aber guter Dinge, bis zum Dezember dieses Jahres fertig zu sein.“

Zunächst hatte der Verein gehofft, den Rohbau innerhalb weniger Wochen hochziehen zu können. Im November 2017 war Grundsteinlegung gefeiert worden. Das Ziel: Zu Weihnachten sollte der Rohbau stehen. Das hat nicht funktioniert. Der stand erst im Frühjahr 2018. Dementsprechend später konnten auch alle anderen Arbeiten beginnen. Zudem, so sagt Klaus Wiegmann, sei es bei der derzeitigen Auslastung der meisten Handwerksbetriebe nicht einfach gewesen, Handwerker für ein bestimmtes Zeitfenster zu bekommen.

Klaus Wiegmann, Vorsitzender des 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland.
Klaus Wiegmann, Vorsitzender des 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland. FOTO: LR / Sascha Klein

Die neue Heimstätte des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland wird etwas Besonderes: Sie soll es auch Segelinteressierten mit Behinderung möglich machen, ihrem Sport in Geierswalde problemlos nachzugehen. Dafür gibt es unter anderem einen Aufzug. Der Bau wird barrierefrei. Das entstehende Segel- und Inklusionszentrum ist eines von bislang nur vier bundesweit. Zwei davon sind in Ostdeutschland, in Plau am See und in Berlin-Grünau. „Die Inklusion soll bei uns zu einer Selbstverständlichkeit werden“, so Vereinschef Klaus Wiegmann. Besonders ist das Projekt auch finanziell. Die Wassersportler planen mit einer Bausumme in Höhe von 850 000 Euro. Rund 480 000 Euro davon kommen vom Freistaat – teils vom Innen-, teils vom Sozialministerium. „Das ist das größte und teuerste Sportvorhaben außerhalb des Profisports in Sachsen“, hatte die damalige Staatssekretärin Andrea Fischer gesagt. Neben einem Zuschuss von 50 000 Euro durch den Landkreis Bautzen muss der Verein den Rest der Summe selbst schultern, mehrere zehntausend Euro durch Eigenleistung.

Genau mit dieser Eigenleistung hat Klaus Wiegmann zurzeit den meisten Aufwand. „Die Eigenleistung ist immer ein Problem. Vor allem die Organisation ist sehr zeitraubend“, so der Vereinsvorsitzende. Immer wieder prüft er per Telefon, wer unter den Vereinsmitgliedern für welche Arbeit einzusetzen ist und wer zu welchen Zeiten zur Verfügung steht. Schließlich wollen auch die einzelnen Gewerke vor Ort vorankommen. Deshalb sei es keine Seltenheit, sagt Wiegmann, dass einzelne Vereinsmitglieder nachmittags und abends noch etliche Stunden auf der Segelzentrum-Baustelle verbringen und arbeiten.

Rückblick: Am 10. November 2017 fand die Grundsteinlegung statt. Unter anderem kam ein unterschriebener Zehn-Euro-Schein in die Schatulle zur Grundsteinlegung des Segel- und Inklusionszentrums am Geierswalder See. Von links nach rechts: Klaus Wiegmann (Vorsitzender 1.WSVLS), Bautzens Landrat Michael Harig, Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark und die damalige Staatssekretärin Andrea Fischer.
Rückblick: Am 10. November 2017 fand die Grundsteinlegung statt. Unter anderem kam ein unterschriebener Zehn-Euro-Schein in die Schatulle zur Grundsteinlegung des Segel- und Inklusionszentrums am Geierswalder See. Von links nach rechts: Klaus Wiegmann (Vorsitzender 1.WSVLS), Bautzens Landrat Michael Harig, Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark und die damalige Staatssekretärin Andrea Fischer. FOTO: LR / Sascha Klein

Der Anspruch ist, sagt Wiegmann, Arbeiten im Wert von 60 000  bis 70 000 Euro in Eigenleistung zu schaffen. „Es gibt Leute im Verein, die sind hochengagiert“, sagt Klaus Wiegmann. „Die ziehen dieses Ziel durch. Das sind die wahren Helden des Vereins.“