Trotz höherer EEG-Umlage und anderer staatlicher Umlagen soll es zum 1. Januar 2016 keine Preiserhöhung bei Strom und Gas für VBH-Kunden geben. Beim Trink- und Abwasser sieht es allerdings anders aus. Hier sind Anpassungen notwendig. Im Zeichen einer transparenten Preispolitik erläuterte die VBH-Spitze nun ihre aktuellen Prognosen für die Verbraucherpreise:

Stromtarif: Deutschlandweit sind 2016 steigende Preise für Strom angekündigt. Grund sind höhere staatliche Umlagen für die Energiewende und den Ausbau der Netze. "Auch auf unser Unternehmen kommen diese höheren staatlichen Lasten zu", erklärt VBH-Geschäftsführer Steffen Grigas. Die gute Botschaft sei allerdings: Durch eine geschickte Taktik beim Stromeinkauf können die VBH die auftretende Differenz kompensieren und werden sie nicht - wie es möglich wäre - 1:1 auf den Verbraucher umlegen. "Die Strompreiserhöhung kann bei uns ausbleiben", so Grigas. Zuletzt hatten die VBH vor genau einem Jahr den Strompreis sogar leicht senken können.

Gastarif: Schon zum 1. Oktober dieses Jahres hat die VBH die auf dem Weltmarkt gesunkenen Preise für Gas an ihre Kunden weitergegeben. Die neuen, niedrigeren Tarife sollen nun nach Auskunft des Geschäftsführers auch für das kommende Jahr gelten. Durchschnittlich sparen die Kunden dadurch je nach Verbrauchsmenge zwischen 50 und 160 Euro pro Jahr ein. "Wir gehen davon aus, dass die Preise für Strom und Gas auch für das gesamte Jahr 2016 konstant auf diesem Niveau bleiben können", hofft der VBH-Chef.

Trinkwasser und Abwasser: Zum Jahresende 2015 endet der vierjährige Kalkulationszeitraum, für den die Entgelte beim Trink- und Abwasser festgesetzt sind. Nun wurde eine neue Kostenkalkulation für den Zeitraum 2016 bis Ende 2019 erarbeitet. Und diese zeigt auch das Grundproblem der Region auf: Die Trinkwasser- und Abwassermengen sinken im VBH-Versorgungsgebiet kontinuierlich ab - ein Ausdruck der demografischen Entwicklung. Das wiederum schlägt sich auf die Wasserpreise nieder. Denn obwohl das Versorgungsunternehmen VBH durch sparsames Wirtschaften die Betriebs- und Kapitalkosten senken konnte, steigen die Preise pro verbrauchtem Kubikmeter Trink- und Abwasser an. So wird ein Kubikmeter Trinkwasser ab 2016 um 16 Cent teurer und kostet nun 1,63 Euro. Beim Abwasser steigt das Mengenentgelt um 14 Cent auf 2,74 Euro pro Kubikmeter. Unangetastet bleibt die Zählergebühr. Die Preiserhöhung beim Wasser werde bei durchschnittlichem Verbrauch zirka zwölf Euro pro Person und Jahr ausmachen. Bei sparsamem Umgang mit Wasser können die Kunden zwar ihren Geldbeutel noch etwas entlasten. "Aber mit Wasser geizen bringt gar nichts: Ein weiterer hoher Rückgang beim Wasserverbrauch verstärkt das Problem nur", sagt er. Dann würde die Preisspirale erneut in Bewegung geraten.