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Versorgungsbetriebe bauen Fernwärme-Netz aus

Der Deich der Schwarzen Elster wird zwischen Spremberger und Bautzener Brücke in diesem Jahr befestigt. Dafür muss eine 350 Meter lange Trinkwasser-Hauptleitung verlegt werden.
Der Deich der Schwarzen Elster wird zwischen Spremberger und Bautzener Brücke in diesem Jahr befestigt. Dafür muss eine 350 Meter lange Trinkwasser-Hauptleitung verlegt werden. FOTO: cw
Hoyerswerda. Im gerade begonnenen Jahr 2017 wollen die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) rund 5,5 Millionen Euro in die Erneuerung und Instandhaltung ihres Leitungs- und Versorgungsnetzes investieren. Die weiter fortgeführte Sanierung von über 50 Jahre alten Rohrleitungen an der Bautzener Allee steht dabei genauso auf dem Plan wie die Erschließung von zwei neuen Wohngebieten. Catrin Würz

Auf circa 4,5 bis 5,5 Millionen Euro jährlich wird sich das Investitions- und Instandhaltungsbudget der Versorgungsbetriebe wohl auch in den kommenden Jahren einpegeln (müssen). Davon geht VBH-Geschäftsführer Steffen Grigas aus. "Diese Größenordnung ist einfach notwendig, um das technische Niveau und die Versorgungssicherheit in der Region bewahren zu können", sagt er. Und: Mit dem geplanten Gesamtbudget der VBH für 2017, das zu über 90 Prozent an einheimische Unternehmen vergeben wird, sehen sich die VBH zudem als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region.

Während das Hoyerswerdaer Versorgungsunternehmen im vergangenen Jahr den Schwerpunkt auf Modernisierungen im Wasserwerk Zeißig und auf die Trassenverlegungen wegen des Baus der B 96-Ortsumfahrung gelegt hatte, rücken für das laufende Jahr nun auch wieder Neuerschließungen in Baugebieten in den Fokus. So steht für 2017 zum Beispiel die komplette Erschließung des neuen Wohngebietes Kolpingstraße mit Strom, Trink- und Abwasser sowie Gas auf der Agenda. Bereits im Frühjahr sollen die Arbeiten dazu starten, kündigt der Betriebs-Bereichsleiter Bernd Holst an. Gut 100 000 Euro werden die VBH in die gemeinsam mit der Stadt realisierte Medien-Erschließung des Baugebietes investieren.

Insgesamt planen die VBH für 2017 auf 4,2 Kilometer erneuerte Kabel- und Rohrleitungen. Im Detail sind folgende Investitionen geplant:

Trinkwasser: Mit einem Kostenumfang von 430 000 Euro gehört die geplante Umverlegung eines Trinkwasserstranges der wichtigen Südleitung zu den größten Baumaßnahmen des Jahres. "Das werden wir in Kooperation mit der Landestalsperrenverwaltung realisieren", erklärt Steffen Grigas. Diese plant nämlich, den Schwarze-Elster-Deich zwischen der Spremberger und der Bautzener Brücke zu befestigen und zu erneuern. Vor Jahrzehnten war jedoch die Trinkwasserleitung in den Deich verlegt worden - heute ein unhaltbarer Zustand. "Das müssen wir jetzt ändern", kündigt Betriebs-Bereichsleiter Bernd Holst an. Auf 350 Meter Länge wird die wichtige Trinkwasser-Arterie daher vom Flusslauf weg verlegt. "Für die Zeit der Bauarbeiten wird eine Notleitung am Flussufer errichtet", ergänzt er.

Zu der bereits 2016 begonnenen Leitungserneuerung in Zeißig folgt 2017 nun der noch fehlende zweite Bauabschnitt mit 250 Metern neuen Rohren.

Abwasser: Großes Aufsehen hatte im vergangenen Herbst die Sanierung des Schmutzwasser-Hauptkanals an der Bautzener Allee mithilfe des modernen Schlauchlining-Verfahrens erregt. Die unterirdische Sanierung wird 2017 auf 420 Metern Länge zwischen der Külzstraße und der Einsteinstraße fortgeführt. Die Bauarbeiten, die etwa 400 000 Euro kosten werden, sind für den Sommer geplant. Erneut wird für die Zeit der Bauarbeiten eine oberirdische Ersatzleitung nötig sein.

Im Zusammenhang mit dem Bau der Kreisstraße zwischen Maukendorf und Knappenrode, der 2016 geplant war, aber nun erst 2017 verwirklicht werden soll, ist die Umverlegung von Abwasser- und Gasleitungen notwendig.

Fernwärme: Das Heizen mit Fernwärme ist nach der Philosophie der VBH eine weiter zukunftsfähige, komfortable und kostengünstige Versorgungsart. Deshalb wird 2017 ein bisher noch nicht mit Fernwärme versorgtes Gebiet neu erschlossen, kündigt Steffen Grigas an: Voraussichtlich im Sommer sollen die Lausitzer Werkstätten gGmbH im Gewerbegebiet Seidewinkel neu an die zentrale Fernwärme-Versorgung angeschlossen werden. Auch für die 14 Bauplätze des zweiten Bauabschnittes im neuen Eigenheimstandort Albrecht-Dürer-Straße (ehemals WK X) soll im Auftrag der Lebensräume-Genossenschaft Fernwärme angekoppelt werden. "Das macht für uns Sinn. Denn wir wollen in Hoyerswerda an einem zentralen Fernwärmenetz festhalten", so Grigas.