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Verpasste Chance für besseres Radwegenetz

In Hoyerswerda ist die Fahrradwege-Infrastruktur längst nicht so ausgefeilt wie in manchen großen Städten. Der jüngste Fahrradklima-Test ergab für die Zuse-Stadt nur eine Gesamtnote von 3,7.
In Hoyerswerda ist die Fahrradwege-Infrastruktur längst nicht so ausgefeilt wie in manchen großen Städten. Der jüngste Fahrradklima-Test ergab für die Zuse-Stadt nur eine Gesamtnote von 3,7. FOTO: ©william87/Fotolia
Hoyerswerda. Im gerade neu veröffentlichten Fahrrad klima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ist erstmals auch die Stadt Hoyerswerda benotet worden. Mit eher mittelmäßigem Erfolg: Der Zuse-Stadt wird von den Teilnehmern einer Online-Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit lediglich die Gesamtnote 3,7 (Schulnotensystem) bescheinigt. red/cw

Damit belegt Hoyerswerda Platz 154 von insgesamt 364 Städten aus der Kategorie "weniger als 50 000 Einwohner".

Für Jens Bitzka, Vorsitzender des Kreisverbandes Bautzen von Bündnis 90/Die Grünen und grüner Bundestagskandidat, ist das Abschneiden der Stadt Hoyerswerda bei diesem Fahrradklima-Test "ernüchternd, aber realistisch". Immerhin: Erfreulich sei es, dass Hoyerswerda überhaupt in der ADFC-Studie vorkomme. Beim letzten Fahrradklima-Test 2014 scheiterte die Stadt noch an der erforderlichen Mindestteilnehmerzahl von 50 ausgefüllten Fragebögen. Diesmal hatten sich 78 Menschen an dem Test für Hoyerswerda beteiligt. Für Bitzka ein Ausdruck, dass sich mehr Menschen in der Region für das umweltschonende Radfahren interessieren.

Mit dem Ergebnis und der Note 3,7 sei allerdings "noch Luft nach oben bei der Radverkehrsförderung", meint Jens Bitzka. Um für den Radverkehr deutliche Verbesserungen zu erreichen, brauche es mehr Planungen für sichere Radverkehrsanlagen und Fördergeld vom Land.

Allerdings hat die Stadt Hoyerswerda in den vergangenen drei Jahren zwischen 2014 bis 2016 gar keine Fördergelder beim Land für die kommunale Radverkehrsinfrastruktur beantragt. Das gehe aus der Antwort von Wirtschaftsminister Dulig auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion zu dem Thema hervor. "Das ist eine verpasste Chance", beklagt der Grünen-Kreisvorsitzende. Er möchte die Stadtverwaltung bestärken, die Planungen für Radverkehrsinfrastruktur voranzutreiben. Jens Bitzka: Dafür sollte der Freistaat den Kommunen Hilfestellung geben.