Seit dem 28. April 2020 gilt die neue Straßenverkehrsordnung mit veränderten Verkehrsregeln und höheren Bußgeldern und jeder – vom Lkw-Fahrer bis zum Radfahrer sowie Fußgänger – muss damit umgehen.

Das Fahrpersonal der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) wird per Aushang und in Schulungen über die für sie bedeutsamen Änderungen informiert, sagt der Leiter Verkehr des Unternehmens Klaus-Peter Meyer. Jeder müsse aber auch selbst nachlesen. Sehr wichtig ist zum Beispiel der neu gefasste Paragraf 5, Absatz vier, Satz zwei der StVO: „Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens zwei Meter.“

Busfahrer Matthias Lesche muss jetzt noch mehr auf die Abstandsregeln achten.
Busfahrer Matthias Lesche muss jetzt noch mehr auf die Abstandsregeln achten.
© Foto: Katrin Demczenko

Matthias Lesche gehört zu den Busfahrern im Stadtverkehr, die durch den neuen Mindestabstand von 1,50 Meter Radfahrer bei Gegenverkehr schwerer überholen können. Schon jetzt sei durch die höhere Geschwindigkeit von Rädern mit Gangschaltung und E-Bikes ein längerer Überholweg nötig, sagt Matthias Lesche. Er betont aber auch: „Die Radler müssen sich an die Regeln halten, zum Beispiel, wenn sie vom Radweg auf die Straße wechseln.“ Härtere Strafen für das Parken und Halten in zweiter Reihe findet Matthias Lesche gut, auf Fahrer von Lieferservices sollte aber mehr Rücksicht genommen werden.

Umfrage Hoyerswerda: Roswitha Pink sitzt in ihrem Auto. Sie fühlt wegen der härteren Strafen vor allem mit Pendlern.
Umfrage Hoyerswerda: Roswitha Pink sitzt in ihrem Auto. Sie fühlt wegen der härteren Strafen vor allem mit Pendlern.
© Foto: Katrin Demczenko

Die Autofahrerin Roswitha Pink aus Hoyerswerda nennt das Parken in zweiter Reihe und die regelwidrige Benutzung von Behindertenparkplätzen schlichtweg „indiskutabel“. Hier seien härtere Strafen angemessen. Für Pendler sei es allerdings schlimm, schon bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 16 km/h einen Punkt in Flensburg zu bekommen und bei 21 km/h den Führerschein für einen Monat zu verlieren. „Da hilft nur, die Vorschriften zu beachten“, so die 64-Jährige.

Wolfgang Hoffmann mit seinem Rad: Er wünscht sich mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
Wolfgang Hoffmann mit seinem Rad: Er wünscht sich mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
© Foto: Katrin Demczenko

Der passionierte Radfahrer Wolfgang Hoffmann aus Wittichenau hat bei seinen Radtouren schon selbst brenzlige Situationen beim überholt werden erlebt und findet deshalb die neuen Abstandregeln besonders sinnvoll. So könne der Radfahrer nicht mehr von der Fahrbahn abgedrängt werden. Noch wichtiger sind dem 74-Jährigen aber Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, die er als „A und O im Straßenverkehr“ bezeichnet.