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| 01:01 Uhr

„Verhängnisvoller Weg“

Hoyerswerda.. „Die Luft im Raum konnte man schneiden“ , wie es Betriebsratsvorsitzende Marianne Uhde umschrieb. So groß war gestern Nachmittag das Interesse der Mitarbeiter des Klinikums an den Aussagen von Gewerkschaft Verdi und Betriebsrat zum von der Geschäftsführung angekündigten Austritt aus dem Arbeitgeberverband. Von tilo Winkler

Auf der Betriebsversammlung im Saal des AWO-Heimes in der Müntzerstraße wurde deutlich: Die geplante Tarifflucht des Krankenhauses stößt bei den Angestellten auf keinerlei Gegenliebe: „Der Antrag zum Austritt ist vollkommen unsinnig und demotivierend“ , machten Karl-Heinz Biesold von der Gewerkschaft Verdi und Betriebsratsvorsitzende Uhde anschließend in einer gemeinsamen Erklärung deutlich. Durch diesen Schritt spare die Klinikleitung während der Laufzeit des aktuellen Tarifs keinen Cent an Kosten. „Soziale Errungenschaften wie Lebensaltersstufen sowie kinder- und familienbezogene Bestandteile sollen einseitig geopfert werden“ , so die Interessenvertreter der Krankenhaus-Mitarbeiter. Es müsse zudem geprüft werden, „ob Geschäftsführer Ralf Delker seine Kompetenzen nicht überzogen hat“ . Denn der Austritt aus dem Arbeitgeberverband sei weder vom Aufsichtsrat noch vom Gesellschafter, der Stadt Hoyerswerda, vorher genehmigt worden. „Der größte Hoyerswerdaer Betrieb wird durch diesen falschen Weg zu einem Experimentierfeld für rund 1000 Arbeits- und Ausbildungsplätze“ , kritisieren Gewerkschaft und Betriebsrat. Deshalb forderten die Mitarbeiter Klinikleitung und Aufsichtsrat auf, „diesen verhängnisvollen Weg aufzugeben“ .