Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt der Maler unter dem Titel "Kulturkreise" eine gut überschaubare Auswahl - meist Aquarelle und Pastelle - der Motive, die er in den zurückliegenden fünf Jahren bei Reisen in den Mittelmeerraum - Marokko, Israel, Griechenland -nach Frankreich, Polen und Estland - entdeckte. Der Maler bleibt angesichts der unterschiedlichen kulturellen Traditionen seiner Malweise treu: Die Architektur der Städte bildet den strengen Rahmen seiner Bilder. In dieser finden sich jedoch Menschen, einzeln oder in Gruppen, die der Maler nach Fotoschnappschüssen frei hineinkomponiert, wie er lachend erzählte. Sie beleben die Bilder, heben mit runden Linien manche Strenge der Architektur auf, lassen auch Lebensweisen erkennen oder Verhalten zueinander. Sie schenken den Blättern Bewegung. Immer wieder lugt echt Hommelscher Humor der kleinen Gesten hervor: In Marrakesch malt er die vier Frauen eines reichen Mannes, deren Rangfolge an der Kleidung erkennbar sei, kommentiert der Maler. Auf dem Gauklerplatz dominieren die Namensgeber mit gewaltig geschmückten Hüten. Eitelkeit lässt grüßen. Hommel bevorzugt lichtvolle, durchscheinende Farben - Ocker, Lichtgrün, helles Blau oder Braun. Er lässt Betrachter teilhaben an seiner Freude an einer weit gewordenen Welt, deren Probleme er nicht verkennt, wie seine Geschichten bei der Ausstellungseröffnung belegen. Diese Ausstellung schenkt Vergnügen am Begegnen mit fremden Kulturen und am Zusammenleben mit diesen.