Der Bungalow mit großzügigem Grundstück ist schön gelegen in der Gartensparte "Am Moor" in Hoyerswerda. Ruhig ist es dort, nur ab und an zwitschern Vögel. Doch seit drei Jahren ist die Parzelle verwaist. Sang- und klanglos hat sich der Gartenfreund verabschiedet. Seither kämpft der Verein mit seinen Hinterlassenschaften. "Er hat die Miete nicht mehr bezahlt und sein Auto hier stehen lassen", erklärt Vereinsvorsitzende Jaqueline Michauk. Die Müllberge im Bungalow haben dem Ganzen den krönenden Abschluss aufgesetzt. Im Herbst 2012 sei die Parzelle noch bewohnt gewesen, wie Michauk sagt. Und schon in der neuen Saison hatte sich der Gartenfreund heimlich verabschiedet, ohne eine Notiz oder neue Adresse zu hinterlassen. Die schimmelnden Müllberge wurden in einem Arbeitseinsatz längst beseitigt. Auch auf dem Grundstück wurde der einstige "Vorzeigegarten" wieder in Eigenregie teilweise auf Vordermann gebracht. Was bleibt, sind 500 Euro Mietschulden sowie ein türkisfarbenes altes Auto direkt neben dem Eingang zur Kleingartenanlage und dem angrenzenden Naturschutzgebiet.

Bei den Behörden hat die Vereinsvorsitzende schon angeklopft und um Hilfe gebeten, doch das Problem fällt nicht in deren Zuständigkeitsbereich. "Da sich das Fahrzeug auf Privatgelände befindet, ist in erster Linie der Eigentümer der Fläche verantwortlich, über den Halter beziehungsweise Besitzer des Fahrzeuges die Beräumung zu veranlassen", erklärt Stadtsprecher Bernd Wiemer. Auch der Landkreis, als zuständige Behörde beim Thema Umwelt und Abfall, sei bereits eingeschaltet worden. "Da das Fahrzeug aktuell aber noch nicht als ‚Abfall' anzusehen ist und keine Umweltgefährdung besteht, ist auch hier diesbezüglich noch kein Einschreiten der Behörde möglich", sagt der Stadtsprecher weiter. Die Stadt wird aktiv bei abgemeldeten und nicht zugelassenen Fahrzeugen, die im öffentlichen Straßenraum stehen. Auf den eigenen Flächen, bei denen die Stadt Eigentümer ist, kann sie sich auch um die Beseitigung von illegal abgestellten Fahrzeugen kümmern. Dazu erfolge im Regelfall eine Halterermittlung. Der Halter wird schriftlich aufgefordert, sein Fahrzeug aus dem Verkehrsraum zu entfernen. Andernfalls droht kostenpflichtiges Abschleppen. In den letzten Jahren gab es etwa 15 solcher Fälle. Größtenteils seien die Fahrzeuge aber durch den Halter entfernt worden. Erfolgt dies nicht, kommt das Auto auf den Verwahrplatz der Stadt. Die Anzahl der Fälle, wo Fahrzeuge durch die Stadt abgeschleppt wurden, hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. 2015 gab es lediglich einen Fall. Die Kosten zwischen 100 und 200 Euro musste der Halter übernehmen.

Auch für den Verein wäre Abschleppen eine Möglichkeit, doch aus eigener Kraft werden sie es nicht stemmen können, sagt Jaqueline Michauk. Der Spielraum der Vereinskasse gäbe das einfach nicht her und die 500 Euro Mietschulden seien schließlich auch zu begleichen. Vorsorglich wurde unter das Auto bereits ein Blumenkasten gestellt, damit Flüssigkeiten nicht in den Boden sickern. Denn vermutlich hat das Auto auch künftig dort seinen festen Parkplatz.