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Vereinte Kapelle entsteht

Die Mitglieder der Schalmeienkappellen aus Sabrodt, Rohne und Lauta/Cottbus wollen zukünftig auch als gemeinsame Kapelle auftreten. Zwei Termine für 2008 stehen schon in ihrem Kalender.
Die Mitglieder der Schalmeienkappellen aus Sabrodt, Rohne und Lauta/Cottbus wollen zukünftig auch als gemeinsame Kapelle auftreten. Zwei Termine für 2008 stehen schon in ihrem Kalender. FOTO: J. Schmidtchen
Sabrodt.. Kräftig geblasen und getrommelt wurde am Sonnabendnachmittag im Gemeindehaus in Sabrodt. Während draußen der Sturm Hagelkörner und Schnee an die Fenster blies, wurde drinnen fleißig musiziert. So laut, dass die Musik den Sturm übertönte. J. Schmidtchen


Immerhin hatten sich auf Einladung der Schalmeienkapelle Sabrodt die Musikanten der Schalmeienkapellen Rohne und Cottbus/Lauta zur zweiten gemeinsamen Probe eingefunden.
Die Idee, gemeinsam zu spielen, hatte der Leiter der Schalmeienkapelle Cottbus/Lauta, Wolfgang Just. Die anderen waren davon begeistert, und so traf man sich erstmals im Frühjahr 2007 in Lauta, um für einen gemeinsamen Auftritt zum 11. Elsterheidefest in Sabrodt zu üben.
Außerdem feierten die Sabrodter Schalmeien ihr 40-jähriges Jubiläum. Bessere Anlässe für die gemeinsame Premiere in der Öffentlichkeit konnte es gar nicht geben.
Weil alles im Juni so gut klappte, entschloss man sich weiterzumachen. Am Sonnabend folgte nun Probe Nummer zwei unter der Übungsleitung von Frank Suhr aus Lauta. Es dauerte eine Stunde, bis alle 60 Musiker zusammen den Walzer "Rote Rosen” von Semino Rossi spielten. "Je mehr Stimmen in einem Schalmeienorchester besetzt sind, umso wirkungsvoller kommt es beim Publikum an”, sagte Frank Suhr. "Deshalb ist es sinnvoll, möglichst viele Orchesterstimmen zu vereinen”.
Klaus-Dieter Graul, Leiter der Schalmeienkapelle Rohne, konnte das nur bestätigen: "Jede Kapelle pflegt irgendwie ihren eigenen Sound. Wir spielen beispielsweise auch alte Rock- und Poptitel aus den 60er Jahren wie den ,Poor Boy' der Lords. und da wippt das Publikum ganz automatisch mit. Das soll auch so bleiben, aber wir möchten voneinander lernen und bei bestimmten Anlässen eben gemeinsam musizieren.”
Ins Auge gefasst ist dabei eine überregionale Schalmeienkapelle "Lausitz”. Der Name ist vorerst fiktiv. 15 Titel wie "Alte Kameraden” können die drei Klangkörper "auf Abruf” sofort zusammen spielen, angestrebt werden vorerst 30.
Für 2008 haben die drei vereinten Kapellen schon zwei Termine im Kalender stehen: Zum Karneval einen Auftritt in der Stadthalle Cottbus und zum Jubiläum "100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Terpe” im Sabrodter Nachbardorf auf brandenburgischer Seite.
Seit mehr als 40 Jahren tauschen die drei Schalmeienkapellen ihre Musiker im Bedarfsfall aus. Beim letzten Njepilahoffest in Rohne bliesen die Cottbuser mit, in Sabrodt zum x-ten Mal die Rohner.
Auch zukünftig soll zweimal jährlich gemeinsam geprobt werden, im Frühjahr wird man sich in Rohne treffen. Frappierend ist der unterschiedliche Frauenanteil in den drei Kapellen: in Sabrodt eine bei 22 Spielern, in Rohne sechs von 20 und in Cottbus/Lauta 18 von 25. Diana Heinicke und Ilona Stompe aus Lauta beispielsweise musizierten schon als Kinder Mitte der 1970er Jahre in der ehemaligen Kapelle der "BSG Turbine Lauta”. Ilona Stompe hat nach zwei Jahren Pause Anfang der 1980er insgesamt über 30 Jahre durchgehalten, Diana Heinicke pausierte 15 Jahre. "2003 hat es mich wieder gepackt mitzumachen. Weil die Lieder und die Musik einfach Spaß machen.” (no)