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Diskussion
Vereinsbeiträge sorgen für Zündstoff in Bernsdorf

Bernsdorf. Wiednitzer Chor klagt höhere Kosten im Stadtrat an. Von Anja Hummel

(ahu) „Will die Stadt den Chor verlieren?“, fragt Wolfgang Seiffert entrüstet in die Runde. Der Wiednitzer steht am vergangenen Donnerstagabend aufgebracht vor den Bernsdorfer Stadträten. Er kämpft für seine Chorgemeinschaft, die künftig für die Nutzung ihrer Probestätte, dem Jägerhof in Wiednitz, mehr Geld an die Stadt bezahlen soll.

Der Hintergrund: Weil die Vereine der Stadt lange Zeit unterschiedlich hohe Summen für die Nutzung kommunaler Einrichtungen zahlten, beschloss der Stadtrat ein einheitliches Vorgehen. Während die Vereine 28 Prozent der Betriebskosten übernehmen, zahlt die Stadt 72 Prozent. Das brachte die ein oder andere Rechnung durcheinander. So auch die der Chorgemeinschaft Wiednitz. Hinzu kommt, dass die laufenden Kosten für den Jägerhof – von Heizung bis Reinigung – neu kalkuliert wurden. Das Ergebnis: Die Wiednitzer  Chorgemeinschaft soll nun statt 120 Euro pro Jahr 520 Euro zahlen – aufgeteilt auf 30 Mitglieder. Stadtrat Horst Schulze (Die Linke), selbst Chormitglied, legte Veto ein und beantragte eine Minderung der Kosten. Sein Mitstreiter Wolfgang Seiffert sprach dank der höheren Kosten sogar von einer „Existenzbedrohung“ des Vereins.

Für einige der Stadträte ist das nicht nachvollziehbar. Arne Henschel (CDU) hält die Summe für vertretbar. „Das sind 6,50 Euro pro Stunde für 30 Mitglieder.“ Auch Bürgermeister Harry Habel (CDU), der im Stadtrat nicht anwesend war, versichert auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Die Vereine sind das Herzstück der Stadt. Keiner wird sich deshalb auflösen müssen.“ Vielmehr noch, er beteuert: „Wenn es im kommenden Jahr deshalb Probleme geben sollte, dann werden wir eine Lösung finden.“ Im nächsten Stadtrat soll das Thema nun noch einmal auf den Tisch kommen und diskutiert werden.