Von Anja Guhlan

In der katholischen Kirche in Lauta ertönte am vergangenen Sonntagnachmittag das Jubiläumskonzert des Frauenchores „Musica Viva“, der vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Jedoch erst 2001 ins Vereinsregister als Verein eingetragen wurde.

Damals im Jahr 1993 war es Sabine Micklitza, die auf den Musiklehrer Lothar Kusche vom Hoyerswerdaer Lessing-Gymnasium zuging und ihn bat, mit ihr einen Frauenchor zu gründen. Kusches damalige Forderung: Es müssen mindestens zwölf Frauen als Sängerinnen gefunden werden. Das war kein Problem. Gefunden wurden 17 Frauen, die im Chor mitwirken würden wollen. Zahlreiche Proben folgten ab Oktober 1993.

Erst nach zwei Jahren traten sie gemeinsam als Chor im Dezember 1995 zu ihrem ersten Konzert auf. Ein Weihnachtskonzert in der Tornoer Kirche. „Wir waren damals alle sehr aufgeregt“, erinnert sich Linke, die auch heute noch eifrig mitsingt und kein bisschen müde geworden ist. Die beiden Chormitglieder Marianne Zimmermann und Maren Beck schildern in kleinen Anekdoten während des Jubiläumskonzertes, wie sich der Chor im Laufe der Zeit entwickelte. „Am Anfang sangen wir hauptsächlich zweistimmig und eher einfache Melodien. Inzwischen präsentieren wir drei- bis vierstimmige Lieder fast jeden Genres“, schildert Marianne Zimmermann.  Einige Chormitglieder tragen sogar echtes Talent in sich und trauen sich auch Solistenrollen zu. So präsentierte unter anderem Anne Hoffmann die Arie der Almera aus der Oper „Rinaldo“ von Händel und Katrin Maroske sang „Wishing you were somehow here again“ eines Musicals von Andrew Lloyd Webber. Heute zählt der Chor 33 Mitglieder im Alter zwischen 18 und 80 Jahren.

Und Lothar Kusche, der die Leitung des Chores ehrenamtlich und in seiner Freizeit begleitet, hat immer noch eine Engelsgeduld mit den Frauen. Diese haben als Überraschung für ihren Chorleiter beim Deutschen Chorverband ein Ehrenzeichen mit Urkunde in Silber beantragt und konnten ihrem Chorleiter für sein 25-jähriges andauerndes Bemühen während des Jubiläumskonzertes die silberne Chornadel verleihen. „Wir sind wirklich dankbar, dass wir Lothar Kusche haben und dass er uns all die Jahre begleitet hat“, resümiert Regine Linke. Lothar Kusche ist sichtlich gerührt, gebührt der größte Dank jedoch den Frauen, die mit Herzblut diesen Chor gestalten.

Zum Jubiläumskonzert haben sich die Frauen auch etwas Besonderes einfallen lassen. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens präsentierten ehemalige Chormitglieder auch die vergangenen Chorkleidungen in einer Art kleinen Modenschau. So traten die Frauen im Jahr 2000 noch mit altrosafarbenen Jackets und grauen Schals auf. Im Februar 2003 entschied man sich in rosafarbenden Rüschenblusen aufzutreten. Erst 2009 wagten die Frauen die knalligen roten Jacken anzuziehen, die bis heute als Chorkleidung und Markenzeichen  dienen.

Während ihres Jubiläumskonzertes präsentierten sie insgesamt 15 Frühlingslieder. Klassische Lieder wie „Im schönsten Wiesengrunde“ oder Kanons wie „Schöner Frühling“ erklangen durch das Kirchenschiff. Zwischendrin gratulierten sämtliche Chorvertreter aus Chören der Umgebung zum Jubiläum. Ob aus Hoyerswerda, Schwarzkollm, Lohsa oder Hohenbocka – alle sind gerne gekommen, um mit dem Frauenchor das Jubiläum zu begehen und überbrachten die herzlichsten Glückwünsche.

Am Ende forderte die voll besetzte Kirche zwei Zugaben, die der Frauenchor gerne zum Besten gab. Erst nach insgesamt anderthalb Stunden verstummten die Stimmen.   Wer den Frauenchor auch gerne live erleben möchte, kann diesen am Sonntag, den 26. Mai um 15 Uhr beim Chortreffen an der Krabatmühle in Schwarzkollm gemeinsam mit dem Männerchor Ruhland und der Chorgemeinschaft Wiednitz erleben.

Auch im Dezember lädt der Frauenchor wieder zu einem Adventskonzert in die katholische Kirche ein. Dass der Chor auch über die Stadtgrenzen hinaus strahlt, zeigt ein weiteres Konzert im Dezember in der Dresdener Kreuzkirche.