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| 16:10 Uhr

Datenschutz
Wenn Alexa nicht alles hören und weitergeben soll

Angela Große leitet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda.
Angela Große leitet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Verbraucherzentrale informiert in Hoyerswerda über Gefahren des Internets.

Jeder Mensch braucht im Umgang mit den vielfältigen, verlockenden Möglichkeiten des Internets digitale Kompetenzen. Diese vermittelt die Verbraucherzentrale Sachsen, Beratungsstelle Hoyerswerda. Ende September begann ihre diesjährige Vortragsreihe im Zuse-Computer-Museum (ZCOM), die sich dem verantwortungsvollen Umgang mit smarten Lautsprechern und sprachgesteuerten Assistenzsystemen widmete.

Angela Große, Leiterin der Beratungsstelle Hoyerswerda, machte die leider sehr wenigen Zuhörer zunächst auf den einfachen Zugang zu der kleinen runden Box nur durch die Stimme des Nutzers aufmerksam. Wenn der Lautsprecher Amazon Echo mit Sprachassistent Alexa oder Google Home mit Google Assistent angeschaltet und mit dem Internet verknüpft sind, können sie auf Anfrage das Wetter in aller Welt vorhersagen, Musik abspielen oder Textnachrichten verschicken. Über einen smarten Lautsprecher lassen sich auch Beleuchtung und Beheizung der Wohnung regulieren, der Fernseher bedienen und vieles mehr. Diese Möglichkeiten verschaffen vor allem blinden und körperlich behinderten Menschen Freiheiten im Alltag, denn sie müssen nun seltener jemanden um Hilfe bitten, sagte Angela Große. Für alle Nutzer sind sprachgesteuerte Assistenzsysteme eine Möglichkeit, ihr Leben bequemer zu gestalten.

Da smarte Lautsprecher aber ständig mit ihren Anbietern Amazon, Apple oder Google kommunizieren, erstellen diese Firmen aus den von der Box aufgefangenen Daten umfangreiche Profile des Nutzers, um ihm passgenaue Werbung zuzusenden. Der Sprachassistent kann auch unabsichtlich durch ähnlich klingende Worte aktiviert werden und hört dann Gespräche mit, deren Inhalte nicht fürs Internet gedacht sind, warnte Angela Große. Weil sensible Daten im Internet auf Abwege geraten können, sollten keine E-Mails über die Box eingesprochen werden und Kalender darüber zu führen sei auch nicht sinnvoll. Trotz der jetzt EU-weit geltenden Datenschutz-Grundverordnung beurteilt die Fachfrau die Möglichkeiten für den Einzelnen als ungenügend, wenn er seine Daten im Netz vor unerlaubter Weitergabe schützen will oder sie löschen lassen möchte.

Diese und weitere Veranstaltungen der Verbraucherzentrale in Hoyerswerda sollen Teilnehmern Möglichkeiten des Internets aufzeigen und ihnen die damit verbundenen Gefahren bewusst machen, erklärte Angela Große.