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| 19:24 Uhr

Unfallopfer denkt sich Fahrerflucht aus

Hoyerswerda. Ein Jugendlicher ist am Dienstagabend gegen 19 Uhr bei einem Unfall auf einer Kreuzung in der Maria-Grollmuss-Straße in Hoyerswerda schwer verletzt worden. Nach Polizeiangaben hat der Vater des Opfers am Mittwochmorgen die Polizei unterrichtet, dass sein Sohn am Abend zuvor von einem unbekannten Auto angefahren worden sein soll und nun in einem Klinikum liege. H. Landes

Opfer will sich schützen

Die Polizei hat daraufhin die Ermittlungen übernommen und den Jugendlichen befragt. Bei der Vernehmung habe sich herausgestellt, dass sich der Verletzte den Sachverhalt ausgedacht hatte. Laut Polizei habe er vermutlich sein eigenes Verschulden mit einer Ausrede kaschieren wollen.

Nach bisherigem Ermittlungsstand sei das Opfer deutlich alkoholisiert mit einem Fahrrad auf der Straße unterwegs gewesen und dort offenbar ohne Beteiligung anderer gestürzt. Dabei habe er sich die schweren Verletzungen zugezogen. Gegen den Jugendlichen werde nun wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt.

In einem Internetforum eines sozialen Netzwerks wurde derweil der vermeintliche Unfall, das Verhalten des flüchtigen Autofahrers und auch die Ermittlungstätigkeit der Polizei diskutiert. Auslöser war ein Eintrag der Schwester des gestürzten Jugendlichen. Sie schrieb von dem angeblichen Unfall und schilderte Verletzungen, die ihr Bruder erlitten hatte, als er über Motorhaube und Heck des Autos geflogen sei, schrieb auch von vielen Knochenbrüchen. Öffentlich stellte sie die Frage: "Konnte der Fahrer des Fluchtfahrzeuges überhaupt schlafen?"

Gerücht verbreitet sich

Der ungeprüfte Unfallhergang und die emotionale Darstellung der Schwester des Opfers wurde von mehreren Dutzend Diskussionsteilnehmern im Internet kommentiert. Es gab massive Vorwürfe gegen einen Fahrer, den es laut Ermittlung der Polizei gar nicht gibt, aber auch viele Genesungswünsche. Das Gerücht vom flüchtigen und gewissenlosen Fahrer fand rasant Verbreitung und mit der Polizeimeldung ein abruptes Ende.