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Unendliche Geschichte Leitbild-Suche?

Hoyerswerda. Seit gut einem halben Jahr ist Hoyerswerda auf der Suche noch einem "roten Faden", einem Zukunftsentwurf, mit dem sich die Stadt auf den Weg ins nächste Jahrzehnt machen will. Ein Leitbild für die Jahre bis 2030 wird gebraucht, das Verwaltung, Politik und die Bürger als Leitfaden für künftiges Handeln im schwierigen Umfeld der weiter schrumpfenden Stadt akzeptieren und verinnerlichen können. Catrin Würz

Das Motto sollte kurz, prägnant und motivierend sein - das war das Fazit aus mehreren Bürgerinformationsveranstaltungen, einer Stadtwerkstatt und Expertenrunden seit Juli 2016. Nun liegt ein "Leitbild Hoyerswerda 2030" als Entwurf auf dem Tisch. Unter der etwas sperrigen Überschrift "Für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt" sind darin in vier Themenkomplexen Gedanken, Handlungsmaxime und Willensbekundungen zusammengefasst.

Als Papier mit zwei Seiten Umfang ist das neue Leitbild zwar tatsächlich kurz gehalten, doch mit der Griffigkeit, Prägnanz und motivierenden Wirkung hapert es nach Ansicht mehrerer Stadträte offenbar noch. "Wir können mit diesem Entwurf nicht gut leben", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Blazejczyk. Zu viele Worthülsen und Allgemeinplätze stören die SPD-Stadträte. "Wir brauchen klare, präzise Aussagen, in denen sich die Menschen wiederfinden", ergänzte er. Dennoch strafte die SPD-Fraktion den Entwurf nicht mit Ablehnung, sondern mit Stimmenthaltung. "Wir wollen ja den Diskussionprozess nicht abwürgen", erklärte Blazejczyk.

Ralf Haenel verwies für seine Fraktion Die Linke diplomatisch darauf, dass es ein Entwurf sei, der "nun ja jetzt noch diskutiert werden muss und sich sicher noch andere Formulierungen finden lassen. Wir brauchen hier die Weisheit der Massen", so seine Worte. Für die CDU-Fraktion, aus der es zwei Gegenstimmen und mehrere Stimmenthaltungen zu dem Papier gab, erklärte Martin Schmidt, dass man nach vielen Worten nun bald auch mal Taten sehen lassen müsse.

Tatsächlich geht der Entwurf für das Leitbild 2030 ab 9. März für vier Wochen in die öffentliche Auslegung. Am 29. März soll es erneut eine öffentliche Stadtwerkstatt zu diesem Thema in der Lausitzhalle geben. Parallel diskutiert der Jugendstadtrat in seiner April-Sitzung den Leitbild-Entwurf. Im Mai soll nach dem Zeitplan von Oberbürgermeister Stefan Skora eigentlich das neue Leitbild zum Beschluss erhoben und ein Handlungsprogramm erstellt werden. Das sollte das Ziel sein, um die Leitbild-.Debatte nicht zur unendlichen Geschichte werden zu lassen.