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| 21:23 Uhr

Neustart ins Arbeitsleben
Job-Suche jetzt mit einem frischen Look 

 Vom langen Haar zum Long Bob: Khadije Ahmad (32) wird von Friseurmeisterin Jenny Peuthert umgestylt für das optimale Bewerbungsfoto. 
Vom langen Haar zum Long Bob: Khadije Ahmad (32) wird von Friseurmeisterin Jenny Peuthert umgestylt für das optimale Bewerbungsfoto.  FOTO: Anja Guhlan
Mit neuem Optimismus und tollen Bewerbungsmappen gehen Frauen nach dem Umstyling in Bernsdorf selbstbewusster auf Arbeitgeber zu. Von Anja Guhlan

 Schnipp. Schnapp. Haare ab. Friseurmeisterin Jenny Peuthert von dem Friseursalon „Schnitt-Schwester“ in Bernsdorf ist mitten in ihrem Element, dem Haare schneiden. Die  Bernsdorferin Khadije Ahmad hat sich im Zuge der Aktion „Startschuss“ des Sozialprojektes „Kube 42“ für ein Umstyling entschieden.

 Mit wirklich langem Haar ist die 32-Jährige in dem Salon erschienen. Sie ist Job-Bewerberin und sucht schon seit einigen Jahren eine vernünftige Anstellung. „Leider hat bis jetzt nichts geklappt“, erzählt sie. Nun will sie eine Radikalveränderung, in der Hoffnung, dass sich etwas ändert. Khadije Ahmad entscheidet sich für einen Long Bob, also für einen Haarschnitt der kurz über den Schultern endet. Friseurmeisterin Jenny Peuthert ist nicht überrascht, freut sich vielmehr über den Mut der jungen Frau. Es werden also zunächst die Haare gewaschen, dann wird ordentlich Haar abgeschnitten und mit einem Föhn  werden die inzwischen kürzeren Haare in Form gebracht. Das Umstyling dauert etwa eine Dreiviertelstunde. „Ich fühle mich jetzt richtig gut“, sagt Khadije Ahmad, die zugibt seit ihrer Ankunft in Deutschland vor sieben Jahren noch nie bei einem Friseur gewesen zu sein. „Das ist ein schönes Gefühl, einmal verwöhnt zu werden.“

Für die Mitarbeiter des Sozialprojektes „Kube 42“, das die Aktion „Startschuss“ ins Leben gerufen hat, eine schöne Resonanz. „Ein neuer Look kann Menschen verändern, sie motivieren, sie optimistischer und zuversichtlicher werden lassen“, stellt Katrin Klein, die Ideengeberin, fest. „Kube 42“ kümmert sich regelmäßig um Job-Bewerber, hilft beim Bewerbungsschreiben, bei Amtsgängen und gibt Tipps, wie man eine Anstellung bekommen könnte. „Was uns auffiel beim Durchsehen der Bewerbungen waren die mitunter sehr schlechten Bewerbungsfotos. Von der unvorteilhaften Bekleidung, über viel zu alte Bewerberfotos und eingescannte Passbilder bis hin zum selbstgeschossenen Selfie inmitten der Wohnung war schon alles dabei“, schildert Tina Götze. „Deshalb wollen wir den Bewebern die Chance für professionelle Bewerbungsfotos geben“, fügt sie hinzu.

 Bitte lächeln: Von Fotografin Henriette Braun aus Kamenz wird Khadije Ahmad schließlich für ein professionelles Bewerbungsfoto in Szene gesetzt.
Bitte lächeln: Von Fotografin Henriette Braun aus Kamenz wird Khadije Ahmad schließlich für ein professionelles Bewerbungsfoto in Szene gesetzt. FOTO: Anja Guhlan

Nachdem die Mädels von „Schnitt-Schwester“ den Teilnehmerinnen der Aktion einen frischen, positiven Look gezaubert haben, werden die Frauen noch von der Fotografin Henriette Braun aus Kamenz für ein optimales Bewerbungsfoto abgelichtet. „Es ist schon leichter, wenn sich die Bewerber vor der Kamera selber wohlfühlen. Da ist die Ausstrahlung schon eine ganz andere“, bestätigt Henriette Braun. Als Fotografin kann sie aber auch auf richtige Lichtverhältnisse achten, nimmt das Gesicht der Bewerberin in den Fokus und weiß in welchen Positionen der Mensch am besten wirkt. „Wichtig ist, den Bewerber mit einem offenen und freundlichen Blick abzulichten. Dieser  muss die Motivation austrahlen, den Job unbedingt haben zu wollen. Schließlich kann man über ein Bild mit Stimme und Mimik nicht arbeiten“, erzählt die Fotografin.

Khadije Ahmad stellt sich ganz gut an. Nach einer kurzen schüchternen Phase, versteht sie, in welchen Positionen sie die Fotografin haben will. Klasse Fotos entstehen, die die 32-Jährige später erhalten wird und für ihre Bewebrung verwenden darf. Sie ist froh bei der Aktion mitgemacht zu haben. „Vielleicht klappt es ja bald mit einer Anstellung“, erklärt die hoffnungsvoll.

Die Mitarbeiterinnen von „Kube 42“   freuen sich über diese Reaktion, haben jedoch noch auf ein paar mehr Teilnehmer gehofft. Ob sie die Aktion wiederholen werden, ist noch ungewiss. Die Schnitt-Schwestern und die Fotografin Henriette Braun hätten nichts dagegen.