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Umland wünscht sich ein starkes Hoyerswerda

Fast die komplette Bürgermeisterriege war aus dem Umland zum Stadtrat nach Hoyerswerda gekommen.
Fast die komplette Bürgermeisterriege war aus dem Umland zum Stadtrat nach Hoyerswerda gekommen. FOTO: Catrin Würz
Hoyerswerda. Eine Sondersitzung des Stadtrates Hoyerswerda wurde am Donnerstag zu einem Meinungs- und Gedankenaustausch mit den Bürgermeistern aus der "Nachbarschaft". So etwas hatten alle Seiten offenbar seit Jahren vermisst. Catrin Würz

Die kreisfreie Stadt Hoyerswerda und die Städte und Gemeinden in ihrem Umland wollen künftig intensiver auf allen wichtigen Gebieten wie Wirtschafts- und Tourismusförderung, Verkehrsplanung und Kommunalpolitik zusammenarbeiten als bisher. Das ist das Fazit eines Meinungs- und Gedankenaustausches der Hoyerswerdaer Stadträte mit den Bürgermeistern aus Bernsdorf, Lauta, Wittichenau sowie Spreetal und Elsterheide. Vier Fraktionen des Hoyerswerdaer Stadtrates hatten die "Umlandbeziehungen" gemeinsam als Thema einer außerordentlichen Sitzung gefordert. Und wie sich am Donnerstag schnell herausstellte, war der Redebedarf von allen Seiten groß. "Dieses Feedback von der Stadt war längst überfällig", sagte zum Beispiel der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine. Der Meinungsaustausch berührte viele Bereiche und Themengebiete - nur eines war tabu: Eine Eingemeindung in die kreisfreie Stadt zieht keine der Kommunen in Betracht.

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) legte mit einer Einschätzung der gegenwärtigen Situation vor, was in der kommunalen Zusammenarbeit seiner Ansicht nach heute schon gut klappt. Bei Löschhilfeverträgen der Feuerwehren, in Bereichen von Standesamt, Straßenverkehrsbehörde, bei EDV und Widerspruchsbearbeitung sowie in Zweckverbänden zur Tourismusförderung gebe es bereits vielfältige Beziehungen.

Doch dies allein sei längst nicht ausreichend, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Hirche. "Hier muss mehr Bewegung, mehr Leben in die Bude kommen. Der Nordbereich des Landkreises Bautzen muss viel stärker als Einheit auftreten, um für Scheibesee und andere Projekte mehr zu erreichen", forderte er.

SPD-Fraktionschef Uwe Blazejczyk schlug in die gleiche Kerbe: Nie wieder dürfe Hoyerswerda bei wirtschafltichen Ansiedlungen ("Und die gibt es noch, wie der Batteriehersteller in Kamenz beweist.") so unsichtbar sein. "Hier muss die gesamte Region an einem Strang ziehen, sich vernetzen und als starke Kraft auftreten." Blazejczyk verwies auf einen wichtigen Zusammenhang: Die Gemeinden des Umlandes brauchen eine starke Stadt Hoyerswerda mit einer intakten Infrastruktur zu Kultur, Schulen, Sport, Sozialeinrichtungen und Handel. Aber mehr denn je werde Hoyerswerda künftig auch auf diese Umlandgemeinden angewiesen sein, um genau diese In frastruktur dauerhaft erhalten zu können. Lutz Tantau von der Freien Wählervereinigung StadtZukunft präzisierte: "Und wir als Stadt müssen in diesem Prozess die Initiative ergreifen", sagte er.

Die Bürgermeisterkollegen aus Hoyerswerdas "Nachbarschaft" begrüßten unisono diese Willensbekundung zu mehr Einheitlichkeit. "Ich bin sicher, das bringt was, wenn wir geschlossen in den Dresdner Ministerien auftreten", sagte Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel. Elsterheide-Verwaltungschef Dietmar Koark bedankte sich für eine Diskussion "auf Augenhöhe. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so." Auch er betonte: Schrittmacher in diesem Prozess muss Hoyerswerda sein.

Der Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann schlug eine interkommunale Arbeitsgruppe vor, um den Schwung aus der Diskussion gleich in wichtige Handlungsstrategien zu überführen. OB Stefan Skora griff den Vorschlag auf und kündigte an, dies in die Wege leiten zu wollen.