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Umbau des Bautzener Bahnhofs beginnt im Sommer

Die Tage des Leerstands sind für den Bautzener Bahnhof gezählt: Ab dem Frühjahr 2019 will das Landratsamt hier einziehen.
Die Tage des Leerstands sind für den Bautzener Bahnhof gezählt: Ab dem Frühjahr 2019 will das Landratsamt hier einziehen. FOTO: U. Menschner/ume1
Bautzen. Die Pläne des Landratsamtes Bautzen zur Nutzung des Bahnhofes in der Kreisstadt als Behördensitz nehmen konkrete Formen an. Wie der erste Beigeordnete des Landrates, Udo Witschas (CDU), auf der jüngsten Kreistagssitzung erklärte, wolle das Landratsamt das erste und zweite Obergeschoss anmieten. Uwe Menschner

"In den Bahnhof ziehen jeweils komplett das Jugend- und das Sozialamt sowie Teile des Ausländer- und des Gesundheitsamtes", so Witschas. Auf circa 4000 Quadratmetern werden somit 235 Mitarbeiter der Landkreisverwaltung einen neuen Arbeitsplatz erhalten. Hinzu kommen zwölf Besprechungsräume sowie ein Postraum. "Dies ist der einzige Raum, den wir im unteren Teil des Bahnhofes benötigen", betont der Beigeordnete. Eine Nutzung der Empfangshalle als "Herzstück" des Bahnhofes durch das Landratsamt ist demnach nicht vorgesehen.

Das Landratsamt verfolgt durch die Anmietung des Bautzener Bahnhofes das Ziel, seine Verwaltung weiter zu konzentrieren sowie in diesem Zuge kleine und unrentable Standorte zu schließen. Dies betrifft die Bahnhofstraße 4 und 8 sowie die Taucherstraße 23. Erhalten bleibt in Bautzen neben dem Hauptgebäude des Landratsamtes (Bahnhofstraße 9) das Objekt Tzschirnerstraße 14a mit der Außenstelle des Straßenverkehrsamtes. Zudem baut der Landkreis ein ehemaliges Handelsgebäude an der Löbauer Straße als technischen Standort mit Lager- und Werkstatträumen aus.

Das in der Kornmarkt-Passage (Karl-Marx-Straße 4) untergebrachte Jobcenter ist bis 2023 vertraglich an diesen Standort gebunden. Auch an den anderen Verwaltungsstandorten setzt der Landkreis Bautzen sein Zentralisierungskonzept um: So soll in Hoyerswerda von ursprünglich drei nur noch ein Verwaltungssitz (Schlossplatz) mit circa 55 Arbeitsplätzen bestehen bleiben. In Kamenz sind keine größeren Änderungen geplant.

Der Bautzener Bahnhof war mit seiner Schließung für die Öffentlichkeit im Februar 2014 auch überregional in die Schlagzeilen geraten. Die Deutsche Bahn AG hatte die Maßnahme damals mit Sicherheitsbedenken begründet: Mehrmals seien Putzbrocken von der Decke gefallen. Selbst investieren wollte die Bahn in das aus ihrer Sicht entbehrliche Gebäude jedoch nicht mehr. 2016 erwarb die Investorengesellschaft Drews & Lucas das Gebäude unter der Maßgabe, dass sich der Landkreis einmietet.

"Der Investor hat uns gegenüber bekannt gegeben, dass er im September mit Abbrucharbeiten beginnen will", so der Landrats-Beigeordnete Udo Witschas. Im März 2018 soll demnach mit dem Rohbau begonnen werden und im Mai 2019 die Übergabe erfolgen. "Wir hoffen, dass sich mit der Belebung durch uns auch wieder bahnhofstypische Geschäfte ansiedeln werden", so Witschas. Vor ihrer Schließung hatte die Empfangshalle mit Ausnahme eines Autovermieters und des DB-Reisezentrums leer gestanden, selbst Toiletten standen den Reisenden nicht mehr zur Verfügung.