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| 01:23 Uhr

Ulrike und Sophia wünschen sich gefüllte Lausitzhalle

Ulrike Speich (hinten) und Sophia Dietze geigen im trinationalen Europera-Jugendorchester, das nächste Woche in Hoyerswerda ist. Foto: Mirko Kolodziej
Ulrike Speich (hinten) und Sophia Dietze geigen im trinationalen Europera-Jugendorchester, das nächste Woche in Hoyerswerda ist. Foto: Mirko Kolodziej FOTO: Mirko Kolodziej
Hoyerswerda. Auf der Violine sind die Saiten im Quinten-Abstand gestimmt. G ist die dickste Saite, die den tiefsten Ton erzeugt.

Dann folgen D, A und E. So etwas weiß man natürlich, wenn man zehn Jahre lang Geige spielt wie die 14-jährige Ulrike Speich oder gar mehr als zwölf Jahre wie die 18-jährige Sophia Dietze. Die beiden Mädchen haben die Zeiten lange hinter sich gelassen, in denen es im Violinen-Unterricht um die Bogenhaltung oder um das Streichen der leeren Saiten ohne Nutzung des Griffbrettes ging. "Das Mädel brennt für die Musik. Der kann man einfach alles in die Hand drücken", sagt Doris Hildebrandt, die an der Hoyerswerdaer Musikschule Geigen-Unterricht erteilt, über Ulrike Speich. Die Lessing-Gymnasiastin sei mit Klavier und Blockflöte ebenso vertraut wie mit ihrer Violine. Sie spielt im Sinfonischen Orchester, im Streichorchester, in einer Kammermusikgruppe und auch an der Partnerschule im tschechischen Liberec. Und Sophia Dietze, meint Doris Hildebrandt, sei ganz ähnlich musik-verrückt. "Es war ja ihre Idee, dort vorzuspielen", so die Lehrerin. "Dort" - das ist das Europera-Jugend-Orchester, in dem mehr als 80 tschechische, polnische und deutsche Instrumentalisten im Alter zwischen 12 und 25 Jahren gemeinsam musizieren. Vor jeder Saison müssen sie einzeln vorspielen, um ihre Eignung unter Beweis zu stellen. Sophia Dietze, die in diesem Jahr am Johanneum ihre Maturaprüfung ablegen wird, ist schon die zweite Spielzeit dabei. Ulrike Speich hat sich im November erstmals erfolgreich für den trinationalen Klangkörper testen lassen. Nächsten Freitag haben die beiden jungen Frauen eine Art Heimspiel. Das Orchester und der dazugehörige Jugendchor beginnen ihre neue Tournee-Saison nämlich in der Lausitzhalle. Nicht nur Doris Hildebrandt hofft, dass die 800 Sessel im großen Saal dann alle besetzt sein werden. "Dort bieten Kinder und Jugendliche gute Musik dar", wirbt die Musik-Pädagogin. Sophia Dietzes Eltern wollen sich schon zum dritten Mal ein Jugendorchester-Konzert anhören. Ihre Tochter sagt: "Wir spielen auch Carmina Burana. Das sollte man schon mal gehört haben." Deren Noten sprechen ihre eigene Sprache: "Das ist ganz schön anspruchsvoll." Ulrike Speich freut sich auf ihren ersten Auftritt mit dem Orchester, das neben Carl Orffs Kantate auch noch Werke von Johannes Brahms, Peter Tschaikowski und Antonín Dvoøák im Repertoire haben wird. Die Kamenzerin sagt, als Ensemble-Mitglied sei es leichter als als Solist: "Es gibt mehr Sicherheit, weil da noch andere auf der Bühne sind." Das gilt auch für die Momente, in denen die Geiger den pferdehaar-bespannten Bogen auf die Saiten legen und zunächst das A anstreichen. Irgendwie, sagen die beiden Mädchen, höre man beim Nebenspieler immer genauer, ob das Instrument richtig gestimmt ist als bei sich selbst. Gemeinsam hangelt sich's leichter die Quinten entlang. Das Europera-Jugendorchester spielt in der Lausitzhalle am 13. Februar ab 19.30 Uhr.