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Turnhalle wertet Altstadt-Campus weiter auf

Oberbürgermeister Stefan Skora und Schulleiterin Katharina Michelfeit äußerten beim Richtfest ihren auf die neue Turnhalle.
Oberbürgermeister Stefan Skora und Schulleiterin Katharina Michelfeit äußerten beim Richtfest ihren auf die neue Turnhalle. FOTO: Landes
Hoyerswerda. Das Lessing-Gymnasium in der Altstadt hat auf dem Weg zu einer komplett modernen Bildungseinrichtung die letzte Etappe erreicht. Nach Umbau und Modernisierung des Hauses wurde am Dienstag Richtfest für die neue Zwei-Feld-Turnhalle gefeiert. Hartmut Landes

Täglich ist Katharina Michelfeit Augenzeugin. Von ihrem Dienstzimmer aus kann die Schulleiterin des Lessing-Gymnasiums das Wachsen der neuen Turnhalle miterleben. Und die legte in den vergangenen Monaten kräftig zu.

Zum Richtfest erinnerte sie vor Politikern, Förderern der Schule und am Bau Beteiligten an das lange und zähe Ringen um die Zwei-Feld-Turnhalle. Denn nur eine Schulturnhalle dieser Größe gebe der Schule jenes erforderliche Maß an Spielraum bei Planung des Sportunterrichts, mache außerunterrichtliche Angebote möglich und biete mehr Raum für Übungsstunden und Auftritte der Jazz-Dance- und Theatergruppen. Vorfreude und Stolz schwangen mit in den Worten der Schulleiterin, als sie darauf einging, dass die neue Halle noch zahlreiche Schülergenerationen aufnehmen und auch Gästen eine Heimstatt sein werde.

Johannes Paulick, der erfahrene Stahlbauer, schlug den Bogen von einem Ende der Altstadt zum anderen. Nach seinem Richtspruch und den besten Wünschen für diesen Turnhallenbau und seine Nutzer, erinnerte der Unternehmer an die Drei-Feld-Turnhalle des Johanneums. Auch dort war es vor Jahren seine Kran- und Stahlbaufirma, die die Dachkonstruktion errichtete.

Die Turnhalle am Johanneum spielte in vielen Gesprächen beim jetzigen Richtfest eine Rolle. Denn ihre Größe und die Begründung, die einst Politiker und Verwaltung ins Feld führten, war ein Grund, warum das Lessing-Gymnasium lange um die Zwei-Feld-Halle bangen musste. Ein Teil des Sportunterrichts könnten die Lessing-Gymnasiasten in der großen Johanneum-Turnhalle absolvieren, argumentierten Politiker damals und nahmen billigend in Kauf, dass damit lediglich eine Förderung für die Sanierung der alten Ein-Feld-Turnhalle des Lessing-Gymnasiums erfolgen würde.

Eltern, Schüler, Lehrer und Freunde des Lessing-Gymnasiums wehrten sich gegen diese Entwicklung. Bei Verwaltung und Politik setzte ein Umdenken ein. "Noch rechtzeitig", wie Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) nun zum Richtfest feststellte. Er erinnerte an 3800 Unterschriften, die Eltern für den Neubau der Zwei-Feld-Halle sammelten, an den unermüdlichen Einsatz des Landtagsabgeordneten Frank Hirche (CDU) und dessen Gespräche mit Landesministerien. Auch er selbst hat viele "Kontakte nach Dresden" genutzt. Schließlich gab es im Frühsommer des vergangenen Jahres die Fördermittelzusage für den Neubau einer größeren Halle. 50 Prozent der Mehrkosten gab es als Zuschuss. Das ist ein stolzer sechsstelliger Betrag bei einer Gesamtinvestitionssumme von 2,2 Millionen Euro. Und Geld, ohne das die Stadt diesen Bau nicht hätte in Angriff nehmen können.

Mit der Zwei-Feld-Turnhalle vollendet sich bis August dieses Jahres nun ein "schöner Campus im Herzen der Altstadt", wie Katharina Michelfeit sagt. Er wird nicht nur Sporttempel für 670 Schüler sein. Er wird nach den Worten von Stefan Skora die Stellung von Hoyerswerda als gymnasialen Standort und als Bildungsstadt stärken.

#Die Freude über den schlussendlich erfolgreichen Kampf für eine Lösung mit Weitblick, die in Jahren noch Bestand haben werde, teilten beim Richtfest alle Anwesenden. Skora formulierte: "Für ein dreizügiges Gymnasium mussten wir etwas mehr klotzen."