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Turm nach Seenland-Schnittmuster

Der Blunodamm ist als prädestinierter Standort für eine weitere Landmarke im Lausitzer Seenland auserwählt.
Der Blunodamm ist als prädestinierter Standort für eine weitere Landmarke im Lausitzer Seenland auserwählt. FOTO: Peter Radke/LMBV
Hoyerswerda. Tolle Aussichten auf die Lausitzer Bergbaufolgelandschaft und die neue Wasserwelt stehen auf dem Arbeitsplan des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS). Die Landmarke Rostiger Nagel am Sedlitzer See soll, auch dem Weg der Seenkette folgend, drei Nachbar-Türme bekommen: auf dem Blunodamm, am Scheibesee und in Boxberg. Kathleen Weser

Die Ideenschmiede arbeitet hart. Für die Landmarken im Herzen der künstlichen Seenplatte des ausgekohlten Reviers liegen jetzt zwei spannende Entwürfe vor.

Für den Aussichtsturm auf dem Blunodamm stehen die vielen neuen Wege nach dem Bergbau symbolisch Pate. Gleich dem Schnittmuster der neuen Landschaft ist das Bauwerk auf dem Papier schon ansehnlich gestaltet. 30 Meter hoch ragt die Landmarke in den Himmel. Das ist die Mindesthöhe, die die Planer empfehlen. Denn die Aussichtsplattform soll die inzwischen auch schon gut 25 Meter groß gewachsenen Kiefern der umliegenden Wälder überragen. Sichtschneisen freihalten zu müssen, verursacht dauerhaft Folgekosten. Deshalb ist der sichere Überblick über die Landschaft von Beginn an der Plan. Mit Licht und Schatten zwischen den Streben der Turm-Außenhaut und immer neuer Sicht auf die Seenplatte liebäugeln die Planer. Das hat Fachfrau Astrid Subatzus aus Dörrwalde gestern im Seenland-Verband anschaulich erklärt. "Neue Einblicke und Ausblicke" soll das Erobern der Landmarke bieten, so die Idee hinter der Formensprache des Schnittmusters. Der innere Kern des Turmes soll einen Aufzug aufnehmen. Denn der Landkreis Bautzen hat mit gewichtiger Stimme im Seenland-Verband gefordert, dass die hiesigen Landmarken barrierefrei und damit für jedermann zugänglich sein müssen. Den Betonkopf, den die Stadt Senftenberg 2009 vom Behindertenverband für den fehlenden barrierefreien Zugang am Rostigen Nagel verliehen bekommen hatte, werden die Sachsen nicht riskieren. Das freilich kostet auch mehr. Auf etwa zwei Millionen Euro wird der Finanzbedarf für die Landmarke am Blunodamm derzeit geschätzt. Die Landmarke am Scheibesee soll auch als Scheibe in die Landschaft gebaut werden. Auf dieser sollen die touristische Infrastruktur wie Parkplätze, Zufahrten, Sanitäranlagen, ein Spielbereich und eine grüne Zone mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Am Ende der Scheibe ragt in der Nähe zum Wasser ein Aussichtsturm von schlanker, unspektakulärer Gestalt in die Höhe. Um den Aufzug werden die Stufen für den Aufstieg geführt. Aber das Innere hat es in sich: Röhrenrutschen verbinden die Ebenen des klassischen Treppenhauses. Die Planer haben das aktive Familien-Erlebnis für diesen Turm im Kopf. Und das ist wirklich besonders. Mit mehr als zwei Millionen Euro wird dieser Aussichtsturm wahrscheinlich ins Kontor schlagen. Noch steht die Planung in einer frühen Phase. Weder über Gestalt und Funktion der avisierten sächsischen Seenland-Landmarken noch über Baumaterialien und Ausstattung ist schon entschieden. Die Anrainer der neuen Wasserwelt aber treiben die Pläne konsequent weiter voran. Im Dezember sollen die Entwurfsplanungen beschlussreif sein. Dann soll auch festgelegt werden, welche Landmarke in Sachsen zuerst aus dem Boden wachsen soll.

Zum Thema:
Auf vier Standorte für Landmarken im Lausitzer Seenland haben sich die Zweckverbände verständigt. Der Rostige Nagel am Ufer des Sedlitzer Sees in Brandenburg ist bereits ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Blunodamm auf sächsischem Terrain soll der Blick auf die neuen Seen, das Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes und auch in Richtung des aktiven Tagebaus Welzow gelenkt werden. Der Scheibesee-Turm verspricht ebenso freie Aussicht auf die Seenplatte. Das Glückskleeblatt soll am Bärwalder See vollständig gemacht werden.