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Tschechen wirbeln auf Platz eins

Vorn die Turniersieger Ondrej Sliska und Daniela Valjentova beim Wiener Walzer.
Vorn die Turniersieger Ondrej Sliska und Daniela Valjentova beim Wiener Walzer. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Tanz ist Leidenschaft. Das war am Samstagabend in der ausverkauften Lausitzhalle beim 25. Internationalen Tanzturnier um die Ehrenpokale des Oberbürgermeisters und der Lausitzer Seenland-Stiftung zu spüren. Elf Meistertanzpaare aus fünf europäischen Ländern stellten sich vor. Besonders herzlich begrüßt wurde das ehemalige Paar des TSC Hoyerswerda, Franziska Kowohl und Paul Noack, das jetzt beim TSC "Excelsior" Dresden trainiert. Katrin Demczenko / dcz1

Für alle Turnierteilnehmer hieß es, in den Vorrunden und Finals der Standard- und Lateinwettbewerbe sieben Wertungsrichter mit Können und Charme zu überzeugen. Sie schwebten in farbenfrohen, glitzernden Kostümen zunächst zum Langsamen Walzer sowie Slow Fox über das Parkett und zeigten beim feurigen Tango, dem schnelleren Wiener Walzer und dem leichtfüßig getanzten Quickstep andere Facetten des Standardtanzes.

In der Standard-Finalrunde hatten die internationalen Juroren in der offenen Wertung sehr schnell das Paar Ondrej Sliska und Daniela Valjentova vom tschechischen Klub "1976" Most auf Platz eins gesetzt. Dazu habe beigetragen, wie sie "in komplexen Bewegungsabläufen den Raum durchmessen und ihn zur Gestaltung genutzt haben", erklärte der langjährige Turnierleiter Michael Hölschke aus Dresden. Die Besucherin Cordula Pohl aus Hennigsdorf fasste mit nur drei Worten zusammen: "Da sitzt alles." Sie und ihr Partner seien Hobbytänzer und hätten eigens ihren Urlaub in Sachsen mit dem Besuch der Lausitzhalle beendet, erzählte sie.

Beim Lateintanz-Turnier nach der Pause hörten die Zuschauer spanische Kastagnetten- und Gitarrenklänge, die den Auftritt der Meisterpaare beim Paso Doble begleiteten. Bigband-Sound unterstützte ihre Tanzfreude beim wilden Jive, dem temperamentvollen Cha-Cha-Cha, dem aus Brasilien stammenden Samba und der gefühlvollen kubanischen Rumba.

Alle Standard- und Lateintänze des Abends stellte die Moderatorin Rosmarie Schulze vom gastgebenden Tanzsportcenter (TSC) Hoyerswerda im Showteil vor. Es stand das Vizeweltmeisterpaar 2016 im Showdance Standard, Valentin und Renata Lusin, auf dem Parkett. Als sie miteinander tanzten, ging die Post ab und ihre Ausdrucksstärke machte das Zuschauen zum Hochgenuss. Das Publikum reagierte mit tosendem Applaus.

Zur Veranstaltungseröffnung und in den Ausrechenpausen der Wertungsrichter traten wie immer die Kinder- und Jugend- sowie Erwachsenenformation des TSC auf. Trainerin Anita Bauer hatte mit den Erwachsenen eine Standard- sowie Lateinformation zum Thema "American Dream" erarbeitet. Die Vier- bis Zwölfjährigen zeigten einen "Western für Kinder", bei dem hübsche Indianer- und Cowboykostüme sowie die passende Musik die Gäste begeisterten. Die stellvertretende TSC-Vorsitzende Rosmarie Schulze, die das Tanzturnier seit 25 Jahren federführend mitorganisiert, schätzt nach dem Auftritt ein: "Formationstanz ist die attraktivste und schwierigste Form im Turniersport." Deshalb sei die Leistung der Hoyerswerdaer Freizeitsportler sehr zu würdigen.

Diese Tanzform in künstlerischer Vollendung zeigten die Lateinprofis der Formationsgemeinschaft TSC Aachen-Boston Club Düsseldorf, die 2014 Europameister geworden waren. Sie stellten den Gästen ihre Lateinformation "The Great Gatsby" für das Wettkampfjahr 2016/2017 als Weltpremiere vor, so Rosmarie Schulze stolz.

Kulturbürgermeister Thomas Delling übergab den Ehrenpokal des Oberbürgermeisters für den Standardtanz und der Vorstand der Lausitzer Seenland-Stiftung, Jörg Scharfenberg, jenen im Lateintanz. Beide erhielt das tschechische Paar Ondrej Sliska und Daniela Valjentova. An Franziska Kowohl und Paul Noack ging der Preis für den Publikumsliebling.

Als sich die 75-jährige Rosmarie Schulze am Ende von ihrem Publikum verabschiedete, dankte sie allen Unterstützern und vor allem den Mitarbeitern der Lausitzhalle, die alle zur Durchführung und zum Gelingen beigetragen hatten. Sie kündigte an, nächstes Jahr nicht mehr zu moderieren. Der TSC-Vorstand werde entscheiden, ob und wie diese europaweit ausstrahlende Veranstaltung fortgeführt wird. Alle Anwesenden verabschiedeten Rosmarie Schulze mit stehenden Ovationen und donnerndem Beifall.