Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO) verweist auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Tourismus für die Monate Januar bis Juni 2011 ( www.destatis.de). Demnach wurde im ersten Halbjahr mit rund 780 000 Übernachtungen ein Minus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Da die Zahl der Ankünfte mit fast 280 000 nahezu konstant blieb, sank die Aufenthaltsdauer in der Oberlausitz. Vor dem Hochwasser hatte es ein Wachstum bei den Übernachtungen von zwei Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2009 gegeben.

Dabei zeichnet sich nach der gemeinsamen Analyse der Touristiker der MGO, der Touristischen Gebietsgemeinschaften und Städte der Region Oberlausitz-Niederschlesien ein sehr differenziertes Bild. Vor allem „Hütten und Jugendherbergen“ waren vom Übernachtungsrückgang betroffen (-16,8 Prozent), während das Urlaubscamping mit fast 60 000 Übernachtungen ein Plus von 24,8 Prozent verbuchen konnte. Zuversichtlich stimmten demnach die Juni-Zahlen, in denen zehn Prozent mehr Gäste kamen, die auch zu einem Übernachtungsplus von 7,2 Prozent beitrugen. Das Stimmungsbild für die Sommermonate Juli und August sei überwiegend positiv, stellte die Marketing-Gesellschaft fest und macht vor allem die ungünstige Lage der Feiertage in diesem Jahr für den statistischen Einbruch verantwortlich. Außerdem sei der Rückgang im Bereich des Tagungstourismus durch die Hochwasserfolgen verstärkt worden.

Die Umfrage bei Leistungsanbietern habe einen Trend hin zum Urlaub in hochwertigen Ferienhäusern und Ferienwohnungen erkennen lassen. Wie die Analyse zeige, so MGO-Geschäftsführer Holm Große, heiße der Schlüssel zum Erfolg und damit zu touristischem Wachstum Qualität. Große verwies dabei auf die Verantwortung der Kommunen für die Qualität der touristischen Infrastruktur, vor allem bei den Rad- und Wanderwegen. Dem deutschlandweiten Trend zu kürzeren Aufenthaltsdauern solle mit einer noch stärkeren Vernetzung innerhalb der Region entgegen gewirkt werden – damit die Gäste länger bleiben oder aber zukünftig wieder in die Ferienregion Oberlausitz kommen.