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| 01:37 Uhr

Traumberuf der echten Leseratten

Juliane Pohl absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek.
Juliane Pohl absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek. FOTO: NZ
Hoyerswerda.. Bibliothekar zu werden, ist der Traum vieler Leseratten. Den ganzen Tag von seinen Romanhelden umgeben sein und schmökern, so viel man will. So sieht die Traumvorstellung für alle aus, die Bücher lieben. NZ

Manche behaupten aber, dass ein Bibliothekar von früh bis spät Bücher verleiht, wieder annimmt und sie in die Regale einräumt.
Heike Lehmann weiß: „Die Grundvoraussetzung ist, dass man gern mit Büchern umgeht.“ Die Lehrausbilderin der Brigitte Reimann-Bibliothek in Hoyerswerda verlangt, „Hinterhersein, sich weiterqualifizieren und tagesaktuelle Sachen durch Zeitungen gern aufnehmen“ .
Facharbeiter studieren den Beruf zwar nicht, doch in kleinen Bibliotheken ähneln sich die Aufgaben des studierten Bibliothekars und des Facharbeiters. Da die Facharbeiter nicht nur bestimmte Bestände betreuen, vermischen sich die Aufgaben zum Teil. „Aber jede Arbeit ist wichtig“ , meint Heike Lehmann. Es sei nötig, Ohren und Augen überall zu haben und die Arbeit zu sehen.
Ein früher Arbeitsbeginn ist in Bibliotheken keine Seltenheit. Schließlich sollen die Besucher nicht Dan Brown neben Tolkien finden und „Harry Potter“ neben „Pippi Langstrumpf“ . Beate Renner, Leiterin der Bibliothek, weiß, dass um 10 Uhr alles ordentlich sein muss. Natürlich gehört zur Arbeit des Bibliothekars auch das Entgegennehmen und Verleihen von Büchern. „Doch genauso zählen die Bearbeitung von Medien, das Inventarisieren, also die Überprüfung und Einordnung von Lieferungen sowie Buchpflege dazu“ , erzählt die Lehrausbilderin.
Wer glaubt, im Paradies der Worte und Sätze der ungeliebten Mathematik ganz entgehen zu können, muss enttäuscht werden. Die Haushaltsbearbeitung, wie das Schreiben von Rechnungen, gehört zur täglichen Arbeit.
Juliane Pohl, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Bibliothek Hoyerswerda absolviert, ist von ihrem Tätigkeitsfeld positiv überrascht. "Ich habe es mir viel eintöniger vorgestellt”, erzählt sie. Sie war so begeistert, dass sie sich um eine Lehrstelle beworben hat.
Wer auch von einem Beruf zwischen Romanen und Rätselzeitungen träumt, kann sich aber erst im nächsten Jahr wieder bewerben, da die Frist für das Jahr 2008 bereits abgelaufen ist. (no)

Hintergrund Bibliothekar(in)
Berufsbezeichnung: Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste im Bereich Bibliothek
Ausbildungsdauer: drei Jahre
Berufsbild: Haushaltsführung; formale Erfassung von Medien; inhaltliche Erschließung neuer Medien sowie bibliothekstechnische Ausstattung; Ausleihen, Rücknahmen; Informations- und Medienbeschaffung für Kunden; Mitwirken bei Veranstaltungen