| 02:46 Uhr

Touristen erkunden das Seenland mit Genuss

Die Radwanderer mit Tourleiterin Anja Ittmann an der Schleuse des Überleiters 6 südlich von Partwitz.
Die Radwanderer mit Tourleiterin Anja Ittmann an der Schleuse des Überleiters 6 südlich von Partwitz. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Partwitz. Bei schönstem Frühlingswetter haben sich am Wochenende 13 Neugierige auf die erste Genussradtour des Jahres begeben. Unter Führung der Partwitzer Touristikerin Anja Ittmann ging es von Hoyerswerda ins Herz des Lausitzer Seenlandes. trt1

Beispielsweise zum Überleiter 6. Dieser Kanal verbindet den Partwitzer mit dem Neuwieser See und bildet das zukünftige Tor zum östlichen Teil der Restlochkette. Obwohl die imposante Anlage einschließlich der Schleuse bereits seit mehreren Jahren vollendet ist, fährt noch immer kein Schiff hindurch. "Dazu müssen die Seen erst ihren Endwasserstand erreicht haben. Das ist derzeit noch nicht der Fall", erklärt Anja Ittmann. Tatsächlich fehlten im Partwitzer See noch neun, im Neuwieser See sogar noch 28 Prozent der erforderlichen Wassermenge. Darüber hinaus sei derzeit weder das eine noch das andere Tagebaurestloch aufgrund fehlender wasserrechtlicher Genehmigungen befahrbar.

Die Partwitzerin Anja Ittmann sei bereits seit einem Jahrzehnt im Seenland mit Gästen auf Tour. Da sie auch über einen Flugschein verfüge, könne die Gegend sogar aus der Vogelperspektive erkundet werden. Doch an diesem Tag steht das Fahrrad im Mittelpunkt. Die Genussradler sind indes nicht allein auf den asphaltierten Wegen rund um die Seen auf Achse. Zahlreiche Gäste wollen bei über 20 Grad und Sonnenschein ebenfalls die Landschaft im Wandel erkunden. Und es sollen noch wesentlich mehr werden. Anja Ittmann rechnet vor, dass derzeit pro Saison zwischen 600 000 und 700 000 Gäste übernachten. In fünf Jahren könnte die Millionengrenze geknackt sein. Zum Vergleich: Im Spreewald werden aktuell pro Saison um die 1,2 Millionen Übernachtungsgäste gezählt.

Weiteres Ziel der Genussradler sind neben der Bergener Schrotholzscheune, dem Seenland-Dorf Partwitz und der Krabatmühle Schwarzkollm auch die schwimmenden Häuser im Geierswalder See. "Eigentlich müssten wir von denen noch wesentlich mehr haben", wünscht sich Tourleiterin Ittmann. "Bislang können wir Reisegesellschaften, die per Bus in die Region kommen, nur in den größeren Städten unterbringen. Dabei wollen die Gäste doch direkt ans oder eben ins Wasser."

Für Familie Synnatzschke aus Pulsnitz ist das Lausitzer Seenland so oder so auf jeden Fall eine Reise wert. "Die Gegend ist für uns Neuland, interessiert uns aber schon recht lange. Besonders die gigantischen Bauwerke, wie eben die Schleusen, beeindrucken mich. Nicht zuletzt sind die Radwege klasse", resümiert Lutz Synnatzschke.

Die Hoyerswerdaerin Kerstin Mosler war per Fahrrad bislang eher in der Wittichenauer Gegend unterwegs. "Besonders die Überleiter versprühen ein wenig Flair der großen Welt", sagt Kerstin Mosler.