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Torsten Krohn vom MF Lohsa: "Einmal Biker – immer Biker"

V.l.n.r.: Tilo Urban von den "Kartoffelkäfern", René Freund, Chef des MF Lohsa, Torsten Krohn vom gleichen Club und Manuela Menzl-Scholz von den Dark Shadows beim Fachsimpeln während des Treffens in Bernsdorf.
V.l.n.r.: Tilo Urban von den "Kartoffelkäfern", René Freund, Chef des MF Lohsa, Torsten Krohn vom gleichen Club und Manuela Menzl-Scholz von den Dark Shadows beim Fachsimpeln während des Treffens in Bernsdorf. FOTO: H. Hirschfeld/hir1
Bernsdorf. Von Freitag bis Sonntag hat im Bernsdorfer August-Bebel Park das zweite Bike- and Rock-Weekend, organisiert von den Dark Shadows aus dem Ort stattgefunden. Es war eine Augenweide dem Treiben zuzusehen. Heinz Hirschfeld / hir1

Die sechs Biker der Dark Shadows präsentierten ein wahres Event für die ganze Familie.

Für mehr als 70 Biker und ihre "schnurrenden bis bellenden Schätzchen" war eine fast 100 Kilometer lange Ausfahrt zum Saurierpark Kleinwelka vorbereitet. Dass es eine mächtige Regendusche inklusive gab, war freilich nicht so gewollt gewesen. Trotzdem war es ein Erlebnis für die Motorradfahrer - auch für Heinrich Clauter aus Trier. Er war der Biker mit der weitesten Anreise. Mehr als 1500 Kilometer fuhr er an diesem Wochenende. Und zwischen Bernsdorf und Kleinwelka sah er dann was von der Lausitzer Landschaft.

Das ganze Ambiente auf dem Festplatz in Bernsdorf stimmte. Die Bewältigung des Parcours mit dem Kinderquad weckte bei so manchem Knirps die Begehrlichkeit ein richtiger Rennfahrer zu werden. Als sich die kleine Emelie vor dem Start den Integralhelm aufsetzen musste, sagte sie: "Jetzt fühle ich mich wie ein richtiger Rennfahrer" und düste mit Christian Gapick vom Lausitzring, der Emelie Hilfestellung gab, davon.

Die Unterhaltung kam nicht zu kurz, auch wenn die Bikerspiele wetterbedingt ausfallen mussten. Aber bei Schwein am Spieß und Bier entspann sich neben Fachsimpelei auch so manches Bikerlatein. Verschiedene Bands unterschiedlicher Musikrichtungen gaben ihr Bestes. Da lief nicht nur der Bernsdorfer Rocker "Krake" mit seiner Gitarre zu Höchstform auf. "Die Notlösung" aus Laubusch war mit ihrer erfrischenden "Eis-am-Stiel-Mugge" ganz und gar keine Notlösung. Sie versetzte so manchen angegrauten, aber beinharten Biker in die eigene Jugend zurück. Headliner des Samstagabends war die Markneukirchener Gruppe "Nobody". Sie galt vor Jahren schon als eine der besten Hardrockbands in Sachsen. Und das hörte man.

André Pech von den "Lausitzbikern" war mit seiner Aprilia mit 95 PS da. Das Ambiente gefiel ihm. "Tolle Stimmung, und vor allem tolle Organisation", lobte er. Auf die Frage, was denn so faszinierend am Motorradfahren sei, antwortete er: "Für mich ist es ein unbeschreibliches Gefühl, wenn bei Beschleunigung der Wind um die Nase weht. Auch wenn es sehr nach Bikerromantik klingt, es stimmt schon, dass das der Inbegriff von Freiheit ist."

Torsten Krohn vom MF Lohsa fährt schon seit 1989 Motorrad und hatte als 21-Jähriger einen schweren Motorradunfall, der ihn einen Arm kostete. Seit diesem Jahr sieht man ihn wieder in Bikermontur und einem Dreirad mit 115 PS. "Aus Sicherheitsgründen habe ich mir eine Camp AM Spyder F3 angeschafft. Denn einmal Biker - immer Biker", sagt der 48-jährige Torsten Krohn. Er fachsimpelte in Bernsdorf ausgiebig mit den Hauptorganisatoren des Wochenendes, Manuela und Thomas Menzl-Scholz. Schnell gesellte sich Tilo Urban, der Chef der Grimmaer "Kartoffelkäferbande", von Deutschlands ältestem Bikerclub - 1958 gegründet - hinzu. In der Szene kennt man sich eben, sei es durchs Internet oder durch persönliche Kontakte. Und wenn es dann mal zu solch einem bei einem Bikertreffen kommt, fällt dieser bei den harten Jungs und Mädels überaus herzlich aus, wie in einer großen Familie.