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| 19:03 Uhr

Hoyerswerda
Top-Technik für die Feuerwehr

Nicht mit Sekt, sondern mit Wasser wurden die beiden neuen Löschfahrzeuge bei der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda getauft.
Nicht mit Sekt, sondern mit Wasser wurden die beiden neuen Löschfahrzeuge bei der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda getauft. FOTO: Catrin Würz / LR
Hoyerswerda. In Hoyerswerda sind zwei neue Einsatzfahrzeuge für fast 800 000 Euro in Dienst gestellt worden.

Zwei neue Wunderwaffen für die Berufsfeuerwehr: Am Donnerstagabend haben die Retter der Zuse-Stadt zwei nagelneue Einsatzfahrzeuge offiziell in Dienst gestellt. Ein Tanklöschfahrzeug TLF 4000 und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 wurden feierlich übergeben. „Es sind zwei top moderne und genau für unsere Zwecke maßgeschneiderte Fahrzeuge“, sagt Feuerwehrchef Dieter Kowark. Fast 800 000 Euro hat die Anschaffung gekostet, die teilweise vom Landkreis Bautzen gefördert wurde. Auch Bürgermeister Thomas Delling (SPD) nennt diese Aufrüstung im Fuhrpark der Berufsfeuerwehr „einen wichtigen Schritt, um weiter für die Sicherheit der Bürger in der Stadt und im Umland sorgen zu können.“

Beide Fahrzeuge sind als Ersatz für alte und inzwischen ausgemusterte Einsatzfahrzeuge angeschafft worden. Mehr als 30 Jahre hatte zum Beispiel das alte Tanklöschfahrzeug, ein Tatra 815, auf dem Buckel. Seinen Platz nimmt jetzt das technisch ausgefeilte Tanklöschfahrzeug 4000 ein. Der MAN ist mit einer Zusatzbeladung mit insgesamt 9000 Liter Wasser unterwegs. „Damit können wir im Brandfall einen ordentlichen Erstschlag gegen Feuer ausführen“, erklärt Brandmeister und Kfz-Verantwortlicher Steffen Kossack. Und das Fahrzeug kann noch andere „Kunststücke“: Mit der integrierten Schaumanlage kann Löschschaum aus 800 Liter Schaumbildner produziert werden. An Bord sind außerdem Abc-Pulver, Kohlendioxidlöscher und eine Schnellbaurüstung einsatzbereit gelagert. Als größtes Löschfahrzeug der Hoyerswerdaer Berufsfeuerwehr wird das TLF von den Kameraden liebevoll „der Dicke“ genannt. „Das war schon bei dem Vorgänger so und wird jetzt wieder so sein“, bestätigt Steffen Kossack schmunzelnd.

Ein Wunderwerk an Logistik und Funktionalität ist auch das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20. Sein Vorgänger war bereits technisch verschlissen. Und natürlich hat auch dieses Fahrzeug so einiges, was der Vorgänger nicht hatte: zwei pneumatisch auf sechs Meter Höhe ausfahrbare LED-Scheinwerfer und eine Winde mit fünf Tonnen Zuglast. Somit wird die Berufsfeuerwehr künftig auch in der Lage sein, Fahrzeuge oder schwere Fracht aus einem Graben bergen zu können.  Die Hilfeleistungslöschfahrzeuge gelten als die „Arbeitstiere“ einer jeden Feuerwehr und transportieren die Werkzeuge und Instrumente für sofortige technische Hilfeleistung - beim schweren Verkehrsunfall oder bei der einfachen Ölspur. Die technische Hilfeleistung nimmt im Einsatzgeschehen der Feuerwehr zunehmend einen immer größeren Raum ein. Im vergangenen Jahr waren 424 Einsätze und damit 61 Prozent des gesamten Einsatzgeschehens technische Hilfeleistungen. Dem standen 161 Brände (24 Prozent) gegenüber.

Ehrfürchtig mit dem Kopf schüttelnd stehen Horst Bartko und Manfred Bartel vor der offenen Seitenwand des neuen HLF 20. Die beiden Männer aus Groß Neida haben inzwischen jeweils 65 Dienstjahre bei der Feuerwehr absolviert und gehören der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Hoyerswerda an. „Das sind ganz neue Zeiten. Um diese Technik zu beherrschen, muss jeder Kamerad top ausgebildet sein“, sagt Horst Bartko beim Blick in das Fahrzeug. Die Erinnerung an seine eigene Zeit als aktiver Feuerwehrmann ab 1952 zeichnet ein Schmunzeln in sein Gesicht: „Wir haben unsere Tragkraftspritze TS 8 noch zu Fuß an den Einsatzort geschoben oder mussten einen Traktor vom Bauern holen“, erzählt er.

Aber nicht nur Top-Technik sind für das moderne Feuerwehrwesen wichtig, sondern ebenso top ausgebildete Kameraden. Der Berufsfeuerwehr Hoyerswerda gehören derzeit 51 Mitarbeiter in der Gefahrenabwehr und im Rettungsdienst an.