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Tollkühne Fahrten mit skurrilen Flitzern

Sollschwitz.. Was kann es bei 30 Grad im Schatten Schöneres geben, als mit einer zum Kahn umfunktionierten Tonne auf der Schwarzen Elster umzukippen? Carsten allerdings fand es gar nicht komisch. Nachdem er als Teilnehmer an den diesjährigen Elsterwettkämpfen in Sollschwitz zum dritten Mal gekentert war, warf der junge Mann entnervt das Handtuch und ließ die Tonne Tonne sein. Von Uwe Menschner

Immerhin entpuppte sich das Paddeln mit den ungewöhnlich geformten Wasserflitzern als weitaus schwieriger, als es vom Ufer aus den Anschein hatte. Schon zuvor hatten etliche der Athleten Bekanntschaft mit dem schlammigen und auch nicht ganz frisch riechenden Wasser der Elster gemacht. Doch die Schwierigkeiten begannen schon vor dem offiziellen Wettkampfstart. Da wollten doch die Schwimmringe partout nicht dort hängen bleiben, wo sie nach dem Willen der Wettkampfleitung hingehörten, sondern fielen immer wieder ins Wasser. Um einen regelgerechten Elsterwettkampf zu garantieren, musste immer wieder jemand in die Brühe steigen und die Ringe wieder an ihren Platz zurückbringen.
Das Wettpaddeln auf der Schwarzen Elster war allerdings nur ein Teil des Rennparcours, den die zwölf Zweierteams am Sonnabendnachmittag absolvieren mussten. Los ging es mit dem gemeinsamen Transport von sechs ineinander geschachtelten Bierkästen. Schon dieser Auftakt erwies sich als schwieriger als gedacht, mussten doch die Kästen mit sehr viel Kraft aneinander gepresst werden, damit sie nicht den Abflug machten. Als Nächstes ging es zum Kegeln - mit einer an einem Mast baumelnden Kugel mussten möglichst viele der davor gruppierten Kegel zu Fall gebracht werden. Für jeden stehen gebliebenen Kegel hieß es für den anderen Teampartner, eine Strafrunde in Taucherflossen zu absolvieren. Erst wenn diese Aufgabe bewältigt war, hieß es Platz nehmen in den doch recht unbequemen Wasserfahrzeugen. Mit dem Ruder schließlich galt es, den über dem Wasser baumelnden Schwimmring aufzunehmen und mit dieser zusätzlichen Last bis zur Brücke zu paddeln. Von dort ging es dann wieder retour. Acht bis zehn Minuten benötigten die Teams für diesen anspruchsvollen Wettkampfparcours.
Belohnt wurden sie mit ausgiebigem Schulterklopfen und einem Glas Bier, und wer noch nicht genug hatte, konnte sich am Abend bei der Theateruraufführung „Märchenhaftes Sollschwitz“ oder noch später bei der Vollmond- Open-Air-Party weiter verausgaben.