Udo Horn aus Neupetershain nimmt erneut den juristischen Kampf gegen die Bundesrepublik Deutschland auf. Für seinen am 31. Januar 2000 im Kosovo verstorbenen Sohn will er eine einmalige Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz.

40 000 Euro stehen ihm und seiner Ehefrau zu – davon sind die Horns überzeugt. Doch das Bundesministerium der Verteidigung zahlt nicht. Die Voraussetzung für die Gewährung sei nicht erfüllt. Horns Widerspruch wird abgelehnt.

Neupetershain

Das Ministerium argumentiert, dass der Tod versorgungsrechtlich nicht als Wehrdienstbeschädigung gewertet werden kann. Neun Monate nach dem Tod des Gefreiten war das Sanitätsamt der Bundeswehr allerdings zu dem Schluss gekommen, dass der Tod „mit ausreichender Wahrscheinlichkeit“ auf den geleisteten Wehrdienst zurückzuführen sei. Das belegen Akten, die dieser Zeitung vorliegen. Für die Infektion seien „wehrdienstliche Einflüsse von wesentlicher Bedeutung“ gewesen.

Immer noch kein Verhandlungstermin in Cottbus

Anfang 2016 hat Udo Horn Klage beim Cottbuser Verwaltungsgericht eingereicht. Ein Verhandlungstermin aber kann „angesichts der zahlreichen älteren noch anhängigen Verfahren in der zuständigen Kammer aufgrund der jahrelangen Überlastung des Gerichts“ nicht in Aussicht gestellt werden, teilt Richter Dr. Gregor Nocon mit.

André Horn verstarb laut Verteidigungsministeriums an einer schweren bakteriellen Infektion, der Meningokokkensepsis. Udo Horn glaubt das nicht. Er geht weiter davon aus, dass sein Sohn an den Folgen einer Vergiftung mit Schwermetallen ums Leben kam. 2001, 2005 und 2013 hatte er Strafanzeigen gegen das Verteidigungsministerium gestellt. Das jüngste Verfahren stellte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Jahr 2014 „in Ermangelung des Anfangsverdachts einer verfolgbaren strafbaren Handlung“ ein.