ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:50 Uhr

Tipps gegen den Enkeltrick

Rolf Kasper von der Polizei erklärt Rentner des Vereins Spätlese, wie sie sich vor Betrügern schützen können.
Rolf Kasper von der Polizei erklärt Rentner des Vereins Spätlese, wie sie sich vor Betrügern schützen können. FOTO: Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Auf den Enkeltrick fallen auch Senioren in der Oberlausitz immer wieder herein. Nun hat die Polizei in einem Hoyerswerdaer Verein Senioren Tipps dazu gegeben, wie sie Betrüger schnell erkennen können. Katrin Demczenko / dcz1

Immer wieder geistert in vielen Wohnstuben der Begriff "Enkeltrick" herum. Was es damit auf sich hat, hat die Polizei kürzlich in Hoyerswerda erklärt. Die Zielgruppe: Rentner. Der Verein Spätlese Hoyerswerda hatte kürzlich eine Präventionsveranstaltung zu diesem Thema organisiert.

Rolf Kasper von der polizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Görlitz klärte die Senioren in der Gaststätte Broilerbar vor allem über den Enkeltrick auf, mit dem Diebe Menschen um ihr Geld bringen wollen. Hilfsbereite, meist ältere Personen, deren Kritikfähigkeit und Hörvermögen etwas nachgelassen haben, beschrieb der Polizist als potenzielle Opfer. Sie ließen sich am ehesten auf Gespräche mit Unbekannten ein, die ihnen den Namen eines Enkels abschwatzen und danach eine herzzerreißende Geschichte über ihre Hilfsbedürftigkeit auftischten. Das kann der Verkehrsunfall sein, bei dem angeblich das Auto zerstört wurde oder Schulden, die die Person sofort begleichen müsse. Zugleich dränge der Anrufer auf Stillschweigen über das Telefonat, sagte der Polizist.

Wenn der Angerufene "mitspielt" und Informationen über seine finanzielle Situation weitergibt, werde er sofort zu seiner Bank geschickt, um eine bis zu fünfstellige Summe zu holen und diese einem "Freund" des "Enkels" zu übergeben. All das sei Teil des Betrugs. Während des Ganges zur Bank und zurück zur Wohnung werde das Opfer beobachtet, damit die anschließende Geldübergabe auch glattläuft, erklärte Polizist Rolf Kasper.

Eine Frau aus dem Publikum meldete sich und erzählte von so einem Anruf, der sie erreicht hat. Sie tat das einzig Richtige und verständigte die Polizei. Ihre Vereinsfreundin Renate Scholze sagte. "Wenn ein Verwandter solche Summen von mir haben möchte, soll er vorbeikommen."

Doch wie sehen Schutzmöglichkeiten vor Betrügerbanden aus? Rolf Kasper erklärte, dass die Täter über den Adresshandel und Telefonbücher an Informationen kommen. Deshalb sei sinnvoll, selten bei Preisausschreiben mitzumachen und Adresse sowie Telefonnummer nicht arglos weiterzugeben. Wer einen Bekannten oder Verwandten am Telefon nicht gleich erkennt und wenn das Gegenüber seine Identität nicht preisgibt, sollte das Gespräch sofort beendet werden.

Hat ein Telefonat mit einem vermeintlichen Enkel doch stattgefunden, sei der Wahrheitsgehalt der Geschichte sofort mit anderen Familienmitgliedern abzuklären. Erstatten sie bei dem Verdacht einer Straftat Anzeige gegen Unbekannt, denn wenn das viele Betroffene tun, steigt die Chance der Polizei, die Täter zu fassen, erklärte Rolf Kasper. Im Jahr 2015 hat es in Sachsen 15 vollendete Geldübergaben gegeben und es entstand ein Schaden von 125 420 Euro. Trotz eines spürbaren Rückganges zum Jahr 2014 sei das immer noch zu viel, fand der Polizist. Er appellierte an alle Anwesenden: "Übergeben Sie Ihr Geld nie an fremde Personen." Die Spätlese-Vereinsmitglieder fanden den Vortrag sinnvoll und wollen Rolf Kasper im Herbst wieder einladen.