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| 18:28 Uhr

Hoyerswerda
Wieder zwei Tage Gluthitze: Was jetzt zu tun ist

Dr. Olaf Altmann ist Chefarzt von Kardiologie und Angiologie und Medizinischer Direktor im Hoyerswerdaer Klinikum.
Dr. Olaf Altmann ist Chefarzt von Kardiologie und Angiologie und Medizinischer Direktor im Hoyerswerdaer Klinikum. FOTO: Lausitzer Seenland Klinikum / Kai Loges + Andreas Langen
Hoyerswerda. Wahnsinnssommer und Riesenhitze: In Ostsachsen kann es am Dienstag und Mittwoch wieder zwischen 36 und 38 Grad Celsius heiß werden. Dr. Olaf Altmann, Medizinischer Direktor und Chefarzt im Hoyerswerdaer Seenland-Klinikum, gibt einige Tipps, wie sich jedermann verhalten sollte. Von Sascha Klein

Was sollten Ältere, Kranke und Kinder auf jeden Fall tun und was sollten sie nicht tun?

„Oberstes Gebot ist es, mehr zu trinken als sonst. Etwa zwei Liter am Tag sollten es bei gesunden Menschen normalerweise sein. Bei Hitze oder körperlicher Belastung dürfen es deutlich mehr sein, da wir durch das Schwitzen schnell mehrere Liter Flüssigkeit verlieren“, sagt Chefarzt Dr. Olaf Altmann. Dies gelte auch ganz besonders für Kinder. Eltern müssten darauf achten, dass die Kleinen regelmäßig trinken.

Aufpassen müssen allerdings Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), so Altmann weiter. Sie dürfen eigentlich nicht so viel trinken, doch auch sie sollten ihre Trinkmenge bei großer Wärme leicht steigern. In diesem Fall sei es hilfreich, sich täglich zu wiegen. Bleibt das Gewicht konstant, stimmt die Trinkmenge in der Regel. Möglicherweise kann es ratsam sein, bestimmte harntreibende Medikamente in Hitzeperioden zu reduzieren. „Dies sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, betont der Mediziner.

Wichtig sei die Wahl der Getränke. Beim Schwitzen verliert der Körper viele wichtige Salze, Magnesium und andere Elektrolyte. Diese können am besten durch Wasser oder Saftschorlen ausgeglichen werden, Elektrolyte beispielsweise auch durch Gemüsebrühe. Patienten mit Bluthochdruck sollten aber nicht zu viel Kochsalz zu sich nehmen. Alkoholische oder stark gezuckerte Getränke sind als Durstlöscher hingegen ebenso zu meiden wie zu viel Kaffee oder schwarzer Tee. Die löschen zwar kurzzeitig den Durst, entziehen aber dem Körperkreislauf letztlich Wasser, was wiederum eine Belastung darstellt.

Bei hohen Temperaturen hilft es auch, sein Essverhalten zu ändern, betont Altmann. Bei großer Hitze ist es besser, mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen zu sich zu nehmen. Das belastet den Körper weniger. Besonders gut verträglich ist leichte Kost mit viel frischem Obst und Gemüse. Gerade die Küche aus dem Mittelmeerraum ist empfehlenswert. Auch stark wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Tomaten oder Melonen helfen dem Körper, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.

Was sollten Menschen tun, die arbeiten gehen müssen? Wie können die sich halbwegs schützen?

Auch oder gerade für Menschen, die ihre Arbeitszeit nicht in die kühleren Tagesstunden verlegen können, sind die oben genannten Tipps zu beachten, so Altmann. In erster Linie sollte auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt geachtet werden und, sofern möglich, sollten die Arbeitsbedingungen angepasst werden (früh/abends kühlere Luft in die Büros lassen, Ventilatoren nutzen).

Was sollen Menschen beherzigen, die draußen arbeiten müssen, beziehungsweise relativ oft zwischen drinnen und draußen wechseln wie Kurierdienste, Post, Transportfahrer usw.?

„Jeder starke Temperaturwechsel stellt für den Kreislauf eine besondere Belastung dar. Daher empfehle ich den Autofahrern im Allgemeinen, die Klimaanalage an heißen Tagen ruhig ein paar Grad wärmer einzustellen, sodass der Temperaturunterschied nicht zu groß ist“, betont Olaf Altmann.