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Tierische Zählung im Zoo Hoyerswerda

Wie schwer ist eigentlich ein verliebter Nashornleguan? Für die Antwort stellten sich Eugène Bruins und Anne Siegl mit den Echsen auf die Waage.
Wie schwer ist eigentlich ein verliebter Nashornleguan? Für die Antwort stellten sich Eugène Bruins und Anne Siegl mit den Echsen auf die Waage. FOTO: Anja Hummel
Hoyerswerda. Im Zoo Hoyerswerda wird es ernst. Die 23-jährige Antonia muss auf die Waage. Mitten in den Wintermonaten. Erst im vorigen Dezember zog die Echsendame in das Hoyerswerdaer Tropenhaus, um sich in Anton zu verlieben. Hatte das etwa Auswirkungen auf ihr Gewicht? Anja Hummel

Nein, sagt Zooleiter Eugène Bruins, der mit Anton im Arm auf der Waage steht. Während der Nashornleguan stolze 7,6 Kilogramm wiegt, ist Antonia gut zweieinhalb Kilo leichter. Bruins Fazit: "Nur ich bin es, der viel zu schwere Kleidung trägt."

Die alljährliche Inventur im Zoo Hoyerswerda ist abgeschlossen. Alle Tiere sind gezählt und haben den Gesundheitscheck überstanden. "Wir nutzen die Gelegenheit auch gleich, um uns die Tiere genauer anzuschauen und Gewicht sowie Größe zu überprüfen", erklärt Eugène Bruins. Doch so wie die Rappenantilopen nicht auf die Waage gehievt wurden, konnten natürlich auch die kleinen Insektenarten, wie die 242 Stabheuschrecken, nicht vermessen werden. Frisch nach dem Schlüpfen sind sie nur Millimeter groß. "Da konnten wir die Anzahl nur ziemlich genau schätzen", sagt Bruins.

Insgesamt beherbergt der Zoo derzeit 1106 Tiere in 96 Arten. Damit hat sich die Zahl der Individuen und Tierarten in den zurückliegenden zwölf Monaten leicht reduziert. Laut Zooleiter gibt es eine einfache Erklärung dafür: "Das liegt am leeren Aquarium im Tropenhaus. Wir haben mehr als 300 Fische abgegeben." Demnächst sollen aber wieder 600 neue Fische zum Zoobestand zählen. Während im vorigen Jahr neun Tierarten hinzukamen, darunter 15 Reptilien, ist auch für 2017 schon ein Neuzugang geplant: "Wir möchten ein Faultier herholen", verrät Bruins. Auf der "Zoo-Warteliste" sei Hoyerswerda längst vermerkt. Jetzt muss sich der 48-jährige Direktor in Geduld üben. Auf der Tiertauschliste wird er selber einige Dorngespenstschrecken zur Abgabe anbieten. "Frisches Blut" hingegen soll es bei den Laubfröschen geben, die derzeit alle aus einer Familie stammen. Was sich der Zooleiter außerdem wünscht: "Eine gute Wiegschale, die auch mal bis zu 400 Kilogramm misst".

Schließlich müsse auch das älteste Tier im Zoo mal gewogen werden - Jolante, eine 57-jährige Galapagos-Riesenschildkröte. Die letzte "Inventur-Station" führt Eugène Bruins und Zootierpflegerin Anne Siegl zu den Kornnattern. Wie erwartet, angeln sie sieben Würgeschlangen aus dem grün bepflanzten Terrarium. Heimlich davon geschlängelt hat sich hier also niemand. Gesund sehen sie aus, nimmt Direktor Bruins die Nattern in Augenschein. Mit ihm auf die Waage müssen sie dafür nicht.

Zum Thema:
Bis Anfang Sommer 2017 sollen die begehbare Känguruanlage sowie die neuen Anlagen für Maras, Nandus und Trampeltiere fertiggestellt sein. "Wir wollen das Zooerlebnis entsprechend unseres Masterplans noch attraktiver gestalten", kündigt Zookultur-Chef Arthur Kusber an. 2016 wurden Projekte wie der rundum erneuerte Zooteich und die neuen Anlagen für Hausesel, Hyazintharas und Wanderraten abgeschlossen.