Noch kann Cindy Keller nicht so viel über ihre neue Wirkungsstätte sagen, ist sie doch erst am vergangenen Montag an ihren eigenen Arbeitsplatz in der Kämmerei des Lohsaer Rathauses gezogen. Dass die Leute hier nett und hilfsbereit sind, hat die Abiturientin vom Lessing-Gymnasium Hoyerswerda aber sofort bemerkt. Kennenlernen wird die junge Frau im Laufe ihres dreijährigen Studiums mit Sicherheit jeden der 34 Mitarbeiter. Denn ihr Studienplan im Fach "Public Management" sieht neben dem theoretischen Unterricht an der Berufsakademie praktische Einblicke in alle Ressorts der öffentlichen Belange vor. Betreuerin Manuela Wukasch entwickelt den Einsatz und die Aufgaben der Studentin. Die Haushaltsführung der Kommune wird Cindy Keller ebenso studieren wie Personalwesen, Verwaltungsrecht und Marketing.

Etwa in zehn Jahren erwarte man im Rathaus den Übergang einiger Mitarbeiter in den Ruhestand. Das sei vor allem der Beweggrund der Verwaltung, sich um Nachwuchs zu kümmern, erklärt Manuela Wukasch. Hinzu komme der zunehmende Fachkräftemangel. Auch das bewog die Verwaltung, die Ausbildung von jungen Leuten im eigenen Haus in Angriff zu nehmen.

Eigentlich würde man gern noch mehr Studenten aufnehmen, sagt Manuela Wukasch. Das aber sei jedoch derzeit nicht möglich.

Ob Cindy Keller der Lohsaer Verwaltung auch nach ihrem Studium erhalten bleibt, das vermag weder die Verwaltung noch sie selbst heute sagen. Fest steht: Derzeit kann sich die ambitionierte Volleyballerin und Trainerassistentin vom Verein Blau-Weiß Hoyerswerda nur schwer vorstellen, ihre Heimat zu verlassen. Duch ihre Familie und den Sport fühle sie sich in der Region fest verwurzelt, sagt die junge Frau.

Man hätte schon gern für diese Studienstelle jemanden aus Lohsa genommen, verrät Manuela Wukasch. Doch aus der Einheitsgemeinde selbst ging nur eine Bewerbung ein in der Verwaltung. Und diese wurde auch noch vor Beendigung des Auswahlverfahrens wieder zurückgezogen. So hatte Cindy Keller die Chance, den Bürgermeister und dessen Team von sich zu überzeugen. Allzu weit entfernt sind Lohsa und Hoyerswerda ja nicht voneinander. Auch dieser Umstand sprach neben der sonstigen Eignung für Cindy Keller. So sei die junge Frau in die engere Auswahl für den Studienplatz in Lohsa gekommen. Es klappte.

Einen Favoriten unter ihren zukünftigen Betätigungsfeldern habe sie noch nicht, berichtet sie. Sie interessiere sich allgemein für die Verwaltungsarbeit. So wird die Studentin in den kommenden drei Jahren von der Kämmerei in alle Richtungen ausschwärmen. Das Studium sieht vor, dass sie in regelmäßigen Abständen für drei Monate im Rathaus den praktischen Teil ihres Studiums absolviert. Eine gute Lösung sei das, sind sich Studentin und Mentorin einig. Denn so sei genug Zeit, um sich jeweils einzuarbeiten und übertragende Aufgaben selbst auszuführen.

Auch Monika Fobo, die als Sachbearbeiterin in der Kämmerei tätig und Schreibtischnachbarin ist, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Cindy Keller. Ein bisschen ruhig sei sie zwar noch, meint die Kollegin. Aber Monika Fobo fühle sich an ihre Kinder und auch ein wenig an den eigenen Start ins Berufsleben erinnert, wenn sie die junge Kollegin erlebt.

Aus ihrer Erfahrung heraus raten sowohl Monika Fobo als auch Manuela Wukasch der jungen Studentin, möglichst viel zu fragen, wenn dieser etwas unklar erscheint. Denn das schlimmste Missverständnis sei es, wenn der Ausbilder fälschlicherweise noch nicht vorhandenes Wissen voraussetzt.