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| 02:41 Uhr

Terrorgefahr beeinflusst Reisende

Christin Schippan vom Reisebüro in der Bonhoefferstraße in Hoyerswerda hat festgestellt, dass vor allem Kuba in diesem Jahr ein besonders beliebtes Reiseziel ist.
Christin Schippan vom Reisebüro in der Bonhoefferstraße in Hoyerswerda hat festgestellt, dass vor allem Kuba in diesem Jahr ein besonders beliebtes Reiseziel ist. FOTO: S. Bartholome
Hoyerswerda. Die Terroranschläge der jüngsten Zeit verändern die Reiseströme. Zurückhaltender sind die Kunden der hiesigen Reisebüros bei Türkei-Buchungen – Ägypten und Tunesien werden gemieden. Die Urlauber setzen nun mehr als zuvor auf Reiseziele wie Deutschland, Griechenland und Spanien. Sophie Bartholome

Wohin die Reise im Sommer gehen soll, wissen die meisten Urlauber bereits. Deshalb gehört traditionell der Januar zu den stärksten Monaten für Buchungen, erklärt Christin Schippan vom Hoyerswerdaer Reisebüro "Thomas Cook" in der Bonhoefferstraße. Dass Urlauber aus Hoyerswerda und der Region auf Terrormeldungen sensibel reagieren, hat sie festgestellt. "Eine gewisse Zurückhaltung bei Türkei-Reisen gibt es schon", sagt sie. Gleichzeitig gäbe es aber auch noch weiterhin Neubuchungen. Einige Kunden würden auf die "Flex-Option" zurückgreifen, bei der sie bis zu zehn Tage vor Antritt die geplante Reise ohne Angabe von Gründen auch noch umbuchen können. Vielen Kunden gebe dies eine zusätzliche Sicherheit. Tunesien sei in den vergangenen Monaten für die meisten Urlauber aus der Region ohnehin tabu gewesen. Nach Ägypten würden vor allem derzeit nur die Kunden fahren, die das Land am Nil bereits kennen.

Besonders groß sei derzeit aber die Nachfrage für Spanien, Griechenland und Kuba. Bei letzterem Reiseziel wollen viele ihrer Kunden noch einmal das "typisch kubanische Flair" erleben, wie sie sagt. Viele hätten Angst, dass sie durch den Einfluss der USA nicht mehr das Kuba sehen, das sie eigentlich sehen wollen. Das kann auch Marcus Plaumann vom gleichnamigen Reisebüro aus Bernsdorf bestätigen. Bereits im vergangenen Jahr war die Nachfrage für Reisen nach Kuba sehr hoch. 2016 erwarte er einen besonders großen Hype.

Jedoch hätten Fernreisen generell zugelegt, da beispielsweise Tunesien und Ägypten weggebrochen sind. Neubuchungen für die Türkei seien leicht zurückgegangen, wie Plaumann sagt. Sri Lanka und Thailand werden neben Kuba dafür derzeit gern gebucht. Dass sich die Zielgebiete der Kunden leicht verschieben, hat er festgestellt. Die Türkei war seit Jahren "Zugpferd Nummer eins", derzeit tendieren viele außerdem lieber zu Spanien und Griechenland. "Hier sollten die Kunden nicht allzu viel Zeit mehr verstreichen lassen, um ihre Reise zu buchen", sagt Christin Schippan. Bereits jetzt sei es schwierig, für Spanien und Mallorca das Passende zu finden, weiß auch Christine Lässig vom Hoyerswerdaer Reisebüro Lagune. "In zwei Monaten werden Flieger und Hotels voll sein."

Sie vermutet auch, dass in diesem Jahr sehr viele in Deutschland Urlaub machen werden. "Einige werden sicherlich auch erst einmal in kein Flugzeug mehr steigen wollen", sagt Christine Lässig. In Deutschland fühlen sich die Urlauber doch sehr sicher. Vor allem für Familienurlaube werde das Ferienhäuschen an der Ostsee bevorzugt. Schon vor einem Jahr sei laut des Deutschen Reiseverbandes Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Bayern und Schleswig-Holstein, das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen im Inland gewesen. Im Ausland standen vor allem Spanien, Italien, die Türkei und Österreich an der Spitze.

Zum Thema:
Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Tunesien, im gesamten Land besondere Vorsicht und Wachsamkeit walten zu lassen. Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer wird vom Auswärtigen Amt generell zu Vorsicht geraten. Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakir, Mardin, Cizre, Silopi und Nusaybin, sowie generell in die Provinzen Sirnak und Hakkâri wird außerdem dringend abgeraten. Reisenden in Istanbul und anderen Großstädten der Türkei wird vom Auswärtigen Amt empfohlen, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen zu meiden.