In Steinitz direkt am Ortseingang vor der Kindertagesstätte werden vermehrt überhöhte Geschwindigkeiten von Autofahrern festgestellt. Der Elternrat der Kita hat sich deshalb an die Gemeinde Lohsa gewandt, um etwas gegen die Raser zu unternehmen. Für die Gemeindeverwaltung ist die Lösung schnell gefunden: eine Geschwindigekeitsanzeigentafel muss her.

Eine derartige Messtafel habe sich laut Bürgermeister Udo Witschas (CDU) in den vergangenen Jahren als Mittel der Geschwindigkeitsreduzierung in vielen Städten und Gemeinden durchgesetzt. Die Kosten von rund 4000 Euro für diese Messtafel muss die Gemeinde selbst tragen.

Präventive Maßnahme

"Es ist eine präventive Maßnahme, die Autofahrern die Geschwindigkeit anzeigt und ohne nachhaltige Bestrafung die Fahrer sensibilisiert", meint Witschas. Doch Gemeinderat Peter Gutknecht (Freie Wähler) bezweifelt offenkundig, dass diese Maßnahme eine Wirkung auf die Verkehrsteilnehmer hat. Auch Gotthard Kowark (CDU)hat Zweifel. Viel lieber hätte er ein Fahrhindernis auf der Straße platziert, dass zum langsameren Fahren zwinge.

Doch Bürgermeister Udo Witschas (CDU) argumentiert. "Diese Straße ist eine Kreisstraße und solch eine Baumaßnahme müsste vom Landkreis vollzogen werden." Außerdem vermutet Witschas, dass der Landkreis diese Baumaßnahme für nicht erforderlich halte, da es sich bei diesem Straßenabschnitt laut Statistik um keinen Unfallschwerpunkt handelt. Er bittet die Räte dem Beschluss zum Aufstellen einer Messtafel zuzustimmen. Gemeinderat Steffen Münster (CDU) will dem Vorhaben zustimmen. "Es geht um die Sicherheit der Kinder. Deshalb sollten wir dieser Maßnahme zustimmen", meint er. Gemeinderat Steffen Mühl (Freie Wähler) geht sogar so weit und behauptet, dass viele Fahrer solch eine Messtafel ausnützen, um auszutesten wie hoch der Tacho steigen kann. Er wird demnach gegen das Aufstellen stimmen.

Wie sind Raser zu bremsen?

Doch welche Maßnahme kann dann die Raser bremsen? "Könnte man nicht das Ortseingangsschild nach weiter nach vorn versetzen, sodass die Raser am Punkt der Kita dann eine gemäßigte Geschwindigkeit fahren?", fragt Gemeinderat Gotthard Kowark. Doch Bürgermeister Udo Witschas (CDU) meint, dass die Gemeinde nicht einfach Ortsschilder versetzen kann, da diese immer an der Bebauungsgrenze einer Gemeinde stehen und im Bebauungsbuch festgeschrieben sind.

"Mein Vorschlag wäre ja eine Verkehrsinsel. Aber auf diese müssten wir vom Landkreis wahrscheinlich auch noch zwei bis drei Jahre warten. Doch ich denke, eine Lösung muss jetzt her, deshalb sollten wir dem Aufstellen einer Messtafel zustimmen", fordert Gemeinderat Hagen Aust (CDU). Am Ende stimmen 14 Räte mit Ja, fünf mit Nein und zwei Räte enthalten sich der Stimme.

Die Aufstellung der Messtafel soll auf der rechten Seite der K9221 aus Richtung Wartha kommend erfolgen. Udo Witschas weist auch nochmals darauf hin, dass diese Tafel auch Daten von gefahrenen Geschwindigkeiten speichern kann. "Sollte sich tatsächlich keine Besserung einstellen, können wir als Argument für weiteres Vorgehen, immerhin auf die Daten der Anzeigentafel zurückgreifen", meint Witschas abschließend.