Ohne ihre Arbeit würde eines der größten Teichgebiete Deutschlands verschwinden", sagte Bernd Lange, Landrat im Kreis Görlitz und Präsident des Landesfischereiverbandes am Freitag zur Eröffnung der 15. Lausitzer Fischwochen in Haselbachtal (Kreis Bautzen).

Neben Krankheiten wie der Koi-Herpesvirusinfektion würden Reiher sowie Komorane die Bestände dezimieren. "Der Silberreiher steht auf der Roten Liste. Für diese Population brauchen wir ein EU-Management", sagte Lange. Er beobachte, dass immer häufiger Teichgruppen verkauft würden, um nicht mehr Fisch produzieren zu müssen. Dadurch würden Gewässer wachsen und eine einzigartige Flora und Fauna verschwinden.

Derzeit leben etwa 25 Betriebe im "Land der Tausend Teiche" von der Teichwirtschaft. Diese wird in der Oberlausitz nachweislich seit über 750 Jahren betrieben.

Auch für Brandenburger Teichwirte wird das Geschäft immer schwieriger. "Kormoran, Silberreiher, Fischadler und Fischotter reduzierten die Erträge bei Karpfen", sagte der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg-Berlin, Lars Dettmann, am Freitag anlässlich der Eröffnung der Karpfensaison in Peitz (Kreis Spree-Neiße). Zudem schnellten Kosten für Energie und Futter weiter in die Höhe. Die Erlöse für die Fische reichten jedoch nicht aus, den Aufwand zu decken.

Die Aufzucht der Karpfen dauert nach Angaben von Dettmann in der Regel drei Jahre. Von 100 Fischen kommen maximal 35 durch. "Um kostendeckend zu arbeiten, müssten es 70 sein", sagte er. Ein Silberreiher verzehre am Tag beispielsweise etwa 300 bis 400 Gramm Fisch. "Wenn 400 Vögel an einem Teich stehen, ist das am Ertrag zu spüren", sagte er.

In Peitz werden rund 1300 Hektar Teichfläche bewirtschaftet. 2015 wurden dort 463 Tonnen Speisekarpfen und 68 Tonnen Satzkarpfen gefischt. Landesweit gibt es etwa 30 Fischzuchtbetriebe.