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| 15:54 Uhr

Bernsdorf
Japaner starten in Straßgräbchen durch

50-millionster Klimakompressor aus dem Hause TDDK Straßgräbchen. Festgäste und ein kleiner Teil der Belegschaft auf einem Bild. Vorne (v.l.): Landrat Michael Harig, MdL Stanislaw Tillich, Vize-Geschäftsführer TDDK Ronald Juhnke (mit Kompressor), MP Michael Kretschmer, Yuji Ishizaki, Vorstandsmitglied TICO, Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel, Sokichi Hibino, Geschäftsführer von TDDK.
50-millionster Klimakompressor aus dem Hause TDDK Straßgräbchen. Festgäste und ein kleiner Teil der Belegschaft auf einem Bild. Vorne (v.l.): Landrat Michael Harig, MdL Stanislaw Tillich, Vize-Geschäftsführer TDDK Ronald Juhnke (mit Kompressor), MP Michael Kretschmer, Yuji Ishizaki, Vorstandsmitglied TICO, Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel, Sokichi Hibino, Geschäftsführer von TDDK. FOTO: LR / Sascha Klein
Straßgräbchen. Jetzt ist der 50-millionste Klimakompressor aus Lausitzer Produktion vom Band gelaufen. Von Sascha Klein

Für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist TDDK zumindest örtlich Neuland – es ist sein erster Besuch in Straßgräbchen. Und doch hat er den Klimakompressorenhersteller Tag für Tag in Dresden vor sich. „In meinem Büro steht so ein Kompressor. Den hat Stanislaw Tillich da hingestellt“, sagt Kretschmer und lacht. Zwei Stühle neben ihm sitzt der einstige Landesvater, der Landtagsabgeordneter unter anderem für Bernsdorf ist, und die Entwicklung des Werkes seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgt. „Leider ist der Kompressor nicht angeschlossen, deshalb ist es bei mir immer warm“, scherzt der Regierungschef weiter.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) im Gespräch mit Annett König, die Maschinenbedienerin in der maschinellen Bearbeitung ist.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) im Gespräch mit Annett König, die Maschinenbedienerin in der maschinellen Bearbeitung ist. FOTO: LR / Sascha Klein

Ein Tag zum Freuen ist es für TDDK – die TD Deutsche Klimakompressor GmbH – jedoch allemal. In der Nachtschicht, schon am Freitag, dem 24. August, ist der 50-millionste Kfz-Klimakompressor vom Band gelaufen. Eine beeindruckende Zahl für das Oberlausitzer Unternehmen, das genau vor 20 Jahren, am 24. August 1998, ins Handelsregister eingetragen worden ist. Irgendwie ist es also auch ein Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt 1998 war von dem Werk im heutigen Bernsdorfer Ortsteil jedoch noch nichts zu sehen. Seit 18 Jahren läuft nunmehr die Produktion. Das 20-jährige Produktionsjubiläum steht also erst im September 2020 an. Eines hat es bei TDDK in den vergangenen zwei Jahrzehnten jedoch stetig gegeben: Wachstum. Mit einer Fertigungs­linie hat es damals angefangen. Inzwischen ist das japanische Unternehmen in der Lausitz ein absolutes Schwergewicht.

Es geht an den Firmenrundgang. Dem Ministerpräsidenten wird ein Ausschnitt dessen präsentiert, was Tag für Tag in den riesigen Werkhallen abläuft. Dabei ist auch Yuji Ishizaki, Vorstand bei der TDDK-Mutter Toyota Industries Corporation (Tico). Er ist auch Chef des Bereichs Kompressoren. Von Ministerpräsident Kretschmer auf die Zukunftsaussichten des Vorzeige-Unternehmens angesprochen, gibt es eine klare Antwort. Brot-und-Butter-Geschäft bleibt der Kompressorenbau für Verbrennungsmotoren. Dazu erhält TDDK Ende kommenden Jahres eine weitere Teilfertigungslinie. Das heißt: Kompressoren werden aus Japan zugeliefert, TDDK sorgt für die Vervollständigung mit Antriebskomponenten. Das bedeutet: Bis zu 20 Arbeitsplätze könnten neu geschaffen werden. „Wir produzieren pro Jahr etwa vier Millionen Kompressoren“, sagt TDDK-Vizegeschäftsführer Ronald Juhnke auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Dazu kommen etwa 1,5 Millionen Kompressoren jährlich, die das Unternehmen in Straßgräbchen vervollständigt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) im Gespräch mit Andreas Graf aus Wittichenau, dem Trainer und Ausbilder im werkseigenen Trainings-Dojo.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) im Gespräch mit Andreas Graf aus Wittichenau, dem Trainer und Ausbilder im werkseigenen Trainings-Dojo. FOTO: LR / Sascha Klein

Der Firmenrundgang geht weiter. Michael Kretschmer spricht mit Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt TDDK am Standort 900 Menschen. Sie produzieren in den Produktionsstufen Druckguss und maschinelle Bearbeitung von Gehäuseteilen, Fertigung von Kupplungen und Endmontage der Kältemittelverdichter für den gesamten europäischen Markt. Kunden sind unter anderem VW, Skoda, Audi, BMW, Daimler, Renault, Nissan, Opel, Peugeot, Toyota, Fiat und Ford. Auch Luxusmarken wie Rolls Royce, Porsche, Bentley und Lamborghini gehören zum Kundenkreis. 2019 kommt Volvo dazu, 2020 Jaguar und Land Rover.

Straßgräbchen: 50-millionster Klimakompressor aus dem Hause TDDK Straßgräbchen. Die Gruppe Natsumi Taiko aus Bad Liebenwerda trommelt zum Festakt.
Straßgräbchen: 50-millionster Klimakompressor aus dem Hause TDDK Straßgräbchen. Die Gruppe Natsumi Taiko aus Bad Liebenwerda trommelt zum Festakt. FOTO: LR / Sascha Klein

Die Automobilindistrie ist im Wandel. Geforscht wird auch immer mehr in Richtung Elektromobilität und Wasserstoffantrieb über Brennstoffzellen sowie autonomes Fahren. Das Unternehmen habe diese Entwicklungen im Auge und erhofft sich dadurch weitere Chancen und neue Märkte, betont Yuji Ishizaki. Das sind gute Aussichten auch für den Standort Straßgräbchen.

Weiter geht es zu Elke Urbetat. Der Montagemitarbeiterin aus Straßgräbchen ist es vorbehalten, ihrem Geschäftsführer Sokochi Hibino den 50-millionsten Kompressor feierlich zu überreichen. Er gehört zu einer Charge für BMW. Es sei tatsächlich ein Zufall, dass jetzt schon zwei Feiertage bei TDDK auf den 24. August fallen, sagt Ronald Juhnke. Doch das Unternehmen habe ganz genau nachgerechnet: Der 50-millionste Kompressor ist tatsächlich in der Nachtschicht am 24. August gebaut worden. Ein regionaler Radiosender hatte bereits vermeldet, TDDK würde den 500-millionsten feiern. „Bis es soweit ist, dauert es wirklich noch ein bisschen“, sagt Juhnke. Die TDDK-Führung genießt erst einmal diese Etappe. Doch Yuji Ishizaki betont: „Wir sind auf langfristige Entwicklung angelegt und werden die 100 Millionen anpeilen.“ Wenn das in diesem Tempo weitergeht, wird das im Jahr 2031 dann erneut einen großen Tag zum Feiern geben.