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| 15:38 Uhr

Karneval
Tausende außer Rand und Band

Die Stimmung bei Zugteilnehmern und Zuschauern, sie war am Samstag bestens.
Die Stimmung bei Zugteilnehmern und Zuschauern, sie war am Samstag bestens. FOTO: Rainer Könen
Wittichenau . 30 Jahre Weiberfasching in Wittichenau. Das ist am Samstag eine Rekordverstaltung mit rund 100 Frauengruppen gewesen. Von Rainer Könen

Ob es an diesem Jubiläum lag? Irgendwie schienen die rosafarbenen Rauchschwaden über den vorbeiziehenden Frauengruppen dichter als in den zurückliegenden Jahren, der Jubel am Zugweg hörte sich lauter als sonst an, auch drängelten sich mehr Besucher in den Straßen Wittichenaus. Und offensichtlich hatte es sich wohl in einigen Regionen der Republik herumgesprochen, dass der Weiberfaschingsumzug in Wittichenau in diesem Jahr einen besonderen, eine runden Geburtstag feiert. Vor 30 Jahren, am 13. Februar 1988, wurde in Wittichenau erstmals Weiberfasching gefeiert, 150 Leute waren es damals im Benno-Saal.

Nun, am Samstag beklatschten und bejubelten einige Tausend Besucher die teilnehmenden Frauengruppen. Unter den Menschen entlang des Zugweges sind auch einige, die dem Dialekt nach zu urteilen, aus dem süddeutschen Raum und aus dem Rheinland stammen. Bei der 30. Ausgabe des Weiberfasching-Umzuges gab es am Samstag, was so mancher bereits im Vorfeld erwartet hatte, eine Rekordbeteiligung:  97 Frauengruppen sorgten auf dem rund drei Kilometer langen Weg durch die Stadt für überschäumende Stimmung. Rund 1000 farbenprächtig und exotisch verkleidete Frauen verteilten Süßigkeiten. Hier und da gab es Küsse für besonders heftig jubelnde Männer.

Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Start um 14 Uhr versammelten sich die ersten Besucher auf dem Markplatz, wo Imbissbuden mit wärmenden Getränken und deftigen Leckereien lockten. Ein Ehepaar aus dem rheinischen Kerpen, welches an der Hoyerswerdaer Straße stand, war kurz nach Beginn des Umzuges bereits außer Rand und Band, rief den vorbeiziehenden Gruppen immer wieder ein kräftiges „Kamelle!“ hinterher. Mitglieder des Wittichenauer Karnevalsvereines verkauften Plaketten für zwei Euro. „Wir brauchen das Geld, damit wir hier Karneval feiern können“, beschrieb es einer der ehrenamtlich-tätigen Plakettenverkäufer.

Auf der Bühne wurden die einzelnen Gruppen vorgestellt. Die Organisatoren des Umzuges, das Team um Christiane Lippitsch, die Vorsitzende des Weiberfaschingsvereines, zeigten sich am Samstag begeistert über so viel Frohsinn und Originalität der an der Bühne vorbeiparadierenden Kostümträgerinnen. Bei trüb-kaltem, aber trockenem Winterwetter verwandelte der Weiberfaschings-Umzug die närrische Hochburg Wittichenau am Nachmittag in ein Tollhaus. Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten der kostümierten Frauengruppen am Abend in der Sport- und Mehrzweckhalle, wo es fröhlich, deftig und überaus laut zuging. Einer Veranstaltung, bei der Männer traditionell keinen Zutritt haben.

Ein Großteil der Frauengruppen wird man auch beim Rosenmontagsumzug in Wittichenau wieder bewundern können.

Wie originell die Gruppen bei der Wahl ihrer Kostüme waren, sieht man bei diesen Damen.
Wie originell die Gruppen bei der Wahl ihrer Kostüme waren, sieht man bei diesen Damen. FOTO: Rainer Könen