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Bildung
Taschentuchalarm an der Hoyerswerdaer „Lindenschule“

Schüler und Lehrerinnen der Hoyerswerdaer „Lindenschule“ sagten Schulleiterin Birgit Flach mit Blumen, Geschenken und einem unterhaltsamen Programm Dankeschön für eine gemeinsame schöne Zeit.
Schüler und Lehrerinnen der Hoyerswerdaer „Lindenschule“ sagten Schulleiterin Birgit Flach mit Blumen, Geschenken und einem unterhaltsamen Programm Dankeschön für eine gemeinsame schöne Zeit. FOTO: Herzger Ulrike / Ulrike herzger
Hoyerswerda. Schüler und Lehrer verabschieden Schulleiterin Birgit Flach nach 46 Jahren im Schuldienst. Von Herzger Ulrike

Die Tränen flossen bei Schulleiterin Birgit Flach vor Rührung und bei den über 200 Schülern sowie Lehrern wegen des bevorstehenden Abschieds. Denn nach 46 Jahren im Schuldienst dürfte die 65-Jährige seit Januar eigentlich schon ihre Pensionierung genießen. Gern kam sie dann aber der Bitte des Landesamtes für Schule und Bildung nach, noch bis Schuljahresende auf ihrem Posten zu bleiben. Auch darin sahen alle nochmals den bestätigenden Beweis, mit welcher Innigkeit sich Birgit Flach einst für den Beruf der Grundschullehrerin entschieden hatte. Ganze Generationen haben unter ihren Fittichen die ersten Schritte ins Reich der Zahlen und Buchstaben gemeistert, bis sie 2002 Direktorin der „Erich-Kästner“-Grundschule wurde und somit auch die Leitungstätigkeit hinzukam. Bedingt durch den Abriss der „Kästner“-Grundschule, wurde 2006 die „Lindenschule“ zu ihrer beruflichen Heimat.

In Anbetracht des bevorstehenden Abschieds hatte man im Kollegenkreis die Überraschung einer der Dankeschön-Feier für die Pädagogin aber bereits liebevoll „eingerührt“. Und so ging diese nun schon etwas im Vorfeld über die Bühne in der Sporthalle´, damit auch wirklich alle Platz fanden.

Birgit Flach kam aus dem Staunen nicht raus, war doch extra für sie ein Platz als Thron „königlich“ dekoriert. Auch die Rosen, die ihr auf dem Weg durch die im spalierstehenden Schülerinnen und Schüler gereicht worden waren, konnte sie gleich neben sich in eine Vase stellen und war bereits von der Anfangsstimmung einfach überwältigt. Denn auch das Programm der Erst- bis Viertklässler traf voll ihren Nerv, war es doch voller Herzlichkeit und ganz auf ihre Mentalität ausgerichtet. Sehr bewegt zeigte sich Birgit Flach zu den Passagen, die ihre Verbundenheit zum Schulalltag widerspiegelten. So hatten die Erstklässler zwölf Wünsche zusammengetragen und diese auf gebastelte Riesenkleeblätter geklebt, die sich die Lehrerin dann erfüllen soll, wenn sie einmal mehr Freizeit hat … ausschlafen, Zeit für die Enkelkinder, fröhliche Gartenarbeit, schöne Bücher, einen zweiten Fallschirmsprung… auch ein Lied der Lieblingsband „Unheilig“ sangen ihr Schüler und Lehrer. „Wie genau ihr mich alle kennt!“, lachte Birgit Flach unter Tränen und hatte auch weiterhin allen Grund für reichlich Beifall. Natürlich standen ihre Kolleginnen den Schülern nicht nach und machten deutlich, wie sehr sie ihre Direktorin mit dem Schuljahresende vermissen werden. So sprach Simone Kruscha die Hoffnung im Namen aller aus, dass sie auch als Pensionierte, ab und zu in „Ihrer“ Schule reinschauen möge und lobte vor allem nochmals ihr rühriges Engagement, da sie „Schule“ stets als persönlichen Lebensinhalt gesehen habe... „Sie hat viel bewegt, uns Kollegen, aber auch den Elternrat motiviert und viel Kraft in verschiedenste Projekte gesteckt. So gibt es beispielsweise seit Jahren ein Elternkaffee als Treffpunkt.

„Die kürzlich abgeschlossene Schulsanierung ist mit Sicherheit ihr gelungenstes Projekt, das wir ihrem Durchsetzungsvermögen und ihrer Standhaftigkeit verdanken!“, ergänzte Brigitte Kühne als eine ihrer langjährigsten Kolleginnen, wobei sich einschließlich Birgit Flach, nach der emotionalen Feier alle einig waren, froh und glücklich zu sein, dass sie noch nicht punktgenau auseinander gehen müssen und besagten Abschied quasi sacht angehen können.