ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:51 Uhr

Taktgeber aus der zweiten Reihe

FOTO: Sascha Klein
Hoyerswerda. Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) setzen kurz vor ihrem 20. Geburtstag vermehrt auf ihr regionales Engagement. Geschäftsführer Steffen Grigas sagt: "Mit jedem Kunden, der wechselt, erodiert die Basis." Gleichzeitig sind Preiserhöhungsbriefe an rund 18 000 Kunden unterwegs. Sascha Klein

Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) wollen in der Stadt Energieanbieter Nummer eins bleiben - das Spannungsfeld des demografischen Wandels und des Schrumpfens der Stadt dabei stets im Hinterkopf. Doch die VBH werden sich im Kampf gegen günstigere Energie-Anbieter künftig stärker abgrenzen und setzen auf den regionalen Faktor. "Die VBH werden kein Energiediscounter sein", sagt Geschäftsführer Steffen Grigas. Das bedeutet: Andere Energieanbieter werden günstiger sein. Grigas betrachtet aggressiveres Marketing anderer Firmen kritisch. Deshalb will das Hoyerswerdaer Unternehmen künftig gegensteuern und noch deutlicher machen, wie sehr es die Entwicklung in der Stadt mitbestimmt. "Wir sorgen für Lebensqualität", sagt Geschäftsführer Steffen Grigas.

Bisher hatte das Unternehmen sein Engagement für die Stadt eher defensiv vermarktet - künftig will sie es offensiver tun. Denn mit seiner Wirtschaftskraft unterstützt der Strom- und Gasanbieter indirekt weitere Einrichtungen in Hoyerswerda. Unter dem Dach der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) brauchen Lausitzhalle und Lausitzbad Unterstützung. Die VBH zahlen pro Jahr etwa 2,5 bis drei Millionen Euro in die SWH ein - und sichern damit auch die anderen Verbundfirmen. Dazu kommen rund fünf Millionen Euro jährlich an Investitionen in der Region, rechnet Steffen Grigas vor. "Zudem unterstützen wir Sport, Kultur und Soziales mit einer sechsstelligen Summe." Zurzeit hat das Unternehmen 112 Mitarbeiter.

Im kommenden Jahr - wenn die Versorgungsbetriebe 20. Geburtstag feiern - wollen sie das neue Image auch nach außen tragen. "Wir werden den Leuten noch klarer sagen, was wir tun", so der Geschäftsführer. Dann sollen VBH-Kunden eine Mehrwertkarte erhalten, in der Leistungen innerhalb des SWH-Verbundes gebündelt werden. Einzelheiten sollen im Frühjahr 2013 feststehen. "Über allem steht natürlich die Kundenbindung", sagt Grigas.

Zunächst hat das Unternehmen jedoch eine schlechte Nachricht zu übermitteln: Die Strompreise steigen ab Januar kommenden Jahres. Schuld sind Grigas zufolge die staatlichen Belastungen, die aufgrund der Kosten für die erneuerbaren Energien auf die Preise drücken - etwa drei Cent zusätzlich pro Kilowattstunde. Grigas schätzt, dass die Mehrkosten bei einem Verbrauch von 2000 Kilowattstunden pro Jahr bei etwa fünf Euro liegen. Gegensteuern wollen die Versorgungsbetriebe mit einer neuen Tarifstruktur, die es vielen Kunden möglich machen soll, Kosten bei Strom und Gas zu sparen. Bisher gibt es rund ein Dutzend Tarife. Übrig bleiben sollen wenige.