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| 19:15 Uhr

„Hoyerswerda hilft mit Herz“
„Tag und Nacht der Toleranz“ im April

Birgit Radek (links) berät mit Mitgliedern des Bürgerbündnisses.
Birgit Radek (links) berät mit Mitgliedern des Bürgerbündnisses. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Ein Miteinander der Kulturen ist das Ziel von „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Das Bürgerbündnis hat seine nächsten Aktivitäten besprochen. Von Katrin Demczenko

Deutsche, Menschen mit ausländischen Wurzeln, die schon lange in Hoyerswerda leben, und auch Geflüchtete wie der Syrer Mahdi Faour haben sich in dieser Woche im Kinghaus getroffen. Sie haben die Aktivitäten des Bürgerbündnisses „Hoyerswerda hilft mit Herz“ für dieses Jahr besprochen. Das seit 2013 bestehende überparteiliche, überkonfessionelle, nichtkommerzielle Bündnis hat sich der langwierigen Aufgabe angenommen, Migranten im gesellschaftlichen Leben und am Arbeitsmarkt zu integrieren.

Mahdi Faour arbeitet in einer von der AWO Lausitz geleiteten Asylbewerberunterkunft als Betreuer und bereitet die regelmäßig an verschiedenen Orten in Hoyerswerda stattfindenden Begegnungscafes mit vor. Hier sollen sich Migranten aus verschiedenen Kulturen und Hoyerswerdaer zwanglos treffen und gegenseitige Vorurteile abbauen.

Bis 2017 organisierten einheimische Bündnismitglieder die Veranstaltungen und jetzt hat Mahdi Faour mit Flüchtlingen die Aufgabe übernommen. Am 14. März um 15 Uhr ist das nächste Treffen im Bürgerzentrum Braugasse 1, wo die arabische Sprache und Schrift vorgestellt werden. Am 11. April findet wieder die Aktion „Tag und Nacht für Toleranz“ der Initiative Zivilcourage statt, die das Bündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“ unterstützt. Wolfram Gebauer aus Zeißig wird für den Tag mit der örtlichen Kita Lutki-Haus ein Treffen organisieren, zu dem Flüchtlingskinder eingeladen werden. Am 9. Juni wird im Jugendklubhaus Ossi ein Internationales Kinder-, Jugend- und Familienfest stattfinden, das das zur RAA Hoyerswerda/Ostsachsen gehörende Bürgerbündnis, die Initiative „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ samo.fa und andere Partner vorbereiten, so Birgit Radeck. Sie koordiniert die Arbeit der Freiwilligen von „Hoyerswerda hilft mit Herz“ und erklärt, dass beide Veranstaltungen im Rahmen der 750. Stadtjubiläums durchgeführt werden.

Damit Flüchtlinge hier heimisch werden, müssen sie Deutsch lernen und Arbeit finden, wobei ihnen staatliche Stellen und das Bürgerbündnis helfen. Ehrenamtliche lehren Deutsch in den AWO-Heimen. Gespendete Nähmaschinen im neuen Nähzimmer des Heims an der Müntzer-Straße stehen Asylbewerbern und extern wohnenden Flüchtlingen zur Verfügung. Schüler können in Hausaufgabenzimmern der Heime und im JKH Ossi insgesamt 15 gespendete Laptops nutzen, berichtet Birgit Radeck. Gebraucht werden für die Kinder, die im Herbst eingeschult werden, gut erhaltene Ranzen, die die Kleiderkammer in der Müntzer-Straße entgegennimmt.

An der Sitzung im Kinghaus nahm auch die Sachgebietsleiterin Integration vom Ausländeramt des Landratsamtes Bautzen Anke Bär teil und informierte über die ab 1. April geltende Wohnsitzauflage des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration. Diese besagt, dass Menschen, die erstmals einen Aufenthaltstitel bekommen, ein Jahr in ihrem zugewiesenen Landkreis leben müssen. Für schon anerkannte Flüchtlinge gilt die Regelung nicht. Mit der Maßnahme soll der Zuzug nach Dresden und Leipzig etwas gesteuert werden, so Anke Bär.