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| 20:49 Uhr

Angriffe auf Autofahrer
Fieberhafte Suche nach Heckenschütze in Bischofswerda

Heckenschütze von Bischofswerda gesucht FOTO: Rocci Klein
Bischofswerda. Am Wochenende sind sechs weitere Fahrzeuge von einem ominösen Schützen getroffen worden. Die Fahrzeuginsassen blieben bisher mit viel Glück unverletzt. Von Kathleen Weser und Rocci Klein

Wieder sind Schüsse auf fahrende Autos in Bischofswerda gefallen: Seit einer Woche versucht die Polizei in Ostsachsen den Schützen dingfest zu machen, der insbesondere an der Bundesstraße 98 zwischen Bischofswerda und dem Abzweig Geißmannsdorf und an der Staatsstraße 111 am Ortsausgang nach Bautzen sein Unwesen treibt. Am Sonnabend und Sonntag sind hier weitere sechs Fälle von Angriffen mit der Waffe auf Fahrzeuge bestätigt worden. Die Insassen sind mit großem Glück unverletzt geblieben.

In der Nacht zum Sonntag waren drei Fahrzeuge von einer Hochzeit auf den Weg nach Bischofswerda unterwehs. Als sie den Löwenberg von Schönbrunn nach Bischofswerda hinauf fuhren, bekamen die Fahrzeuge mehrere Kugeln ab. An einem Ford schlug eine Kugel auf die Frontscheibe ein, nur wenige Zentimeter vom Kopf des Fahrers entfernt. Eine weitere Kugel durchbrach die Heckscheibe des Wagens. Die Männer blieben unverletzt.

Das zweite Fahrzeug, ein Volkswagen, folgte dem Ford etwa zehn Minuten später. Erneut fielen zwei Schüsse, die am Fahrzeug abprallten und Spuren hinterließen, so Zeugen.

Mehrere Polizeistreifen sind in den Nächten des Wochenendes im Raum Bischofswerda im Einsatz gewesen. „Auch ein Polizeihubschrauber kreiste in der Nacht zu Sonntag über der Stadt, um den Schützen ausfindig zu machen. Fährtenhunde suchten nach den Spuren des Täters. Bisher blieben die operativen Einsatzmaßnahmen der Polizei jedoch ohne Erfolg“, erklärt Polizeisprecher Thomas Knaup.

Aufgrund der derzeitigen Faktenlage werden die Taten aus rechtlicher Sicht als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr gewertet. Damit sind inzwischen nunmehr 20 Autos nachweislich von Geschossen getroffen worden. Weitere Fahrzeughalter hatten Beschädigungen an ihren Pkw festgestellt und diese aufgrund der Zeugensuche der Polizei mit der aktuellen Serie in Verbindung gebracht. „Jeden einzelnen dieser Fälle wird die Kriminalpolizei untersuchen und prüfen, ob die Taten aufgrund des möglichen Ereignisortes, der Art der Beschädigungen und eventueller Spuren zu dem Ermittlungskomplex passen“, versichert Thomas Knaup.

Kriminaltechniker haben in einem der bestätigten Fälle die Reste eines Projektils sicherstellen können. „Es wird derzeit umfangreich kriminaltechnisch untersucht“, sagt Knaupt. Um den Fortgang der Ermittlungen nicht zu gefährden, könne zur Art der verwendeten Munition aus ermittlungstaktischen Gründen noch nichts gesagt werden. Derzeit sei noch unbekannt, mit welcher Waffe der Schütze die Munition verschieße.

„Wichtig für die polizeilichen Ermittlungen sind vor allem zeitnahe Zeugenhinweise unmittelbar nach dem Tatgeschehen. Diese nimmt der Notruf der Polizei 110 oder jede Polizeidienststelle entgegen“, erklärt der Sprecher der Direktion Görlitz. Besonders der genaue Ereignisort sei  für den sofortigen operativen Einsatz von großer Wichtigkeit.

 An die Bevölkerung im Raum Bischofswerda gerichtet appelliert die Polizei, bitte einen kühlen Kopf zu bewahren. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen auf Hochtouren. Bitte werden Sie jedoch nicht auf eigene Faust tätig“, so Knaup. Denn Bürger könnten ich dabei in Gefahr begeben und die Polizei behindern, „wenn beispielsweise aufgrund von Personenbewegungen in der Nacht im Umfeld der beschriebenen Tatorte nicht mehr schnell und eindeutig zwischen Einsatzkräften, dem Täter und anderen Personen unterschieden werden kann“.

Heckenschütze von Bischofswerda gesucht FOTO: Rocci Klein