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Struga bereitet den Neustädtern Sorgen

Neustadt. In früherer Zeit ist die Struga ein kleines Nebenflüsschen der Spree gewesen, in dem sich zahlreiche Tiere wohlfühlten. Heute strömt sie zwar noch immer in die Spree, allerdings ohne jegliches Leben. trt1

Zumindest ab dem Abschnitt vom Abzweig Spreestraße bis zur Mündung unweit von Neustadt.

Während der Neustädter Einwohnerversammlung wurde von mehreren Anliegern beklagt, dass das Flüsschen im Bereich der Ortslage total verockert sei. Darüber hinaus fließe die trübe Brühe nicht richtig ab. Grund seien unter anderem mehrere ins Wasser gestürzte Bäume. Diese sind nach Angaben des Spreetaler Bürgermeisters Manfred Heine inzwischen entfernt worden.

Darüber hinaus bemängelten Einwohner, dass das Absetzbecken unweit der Mündung in die Spree nicht geräumt werde. Auch dort schlage sich der Ockerschlamm durch. Eine solche Maßnahme ist laut Heyne allerdings nicht möglich, da dieses Areal als Biotop gelte und nicht verändert werden dürfe. Das Gemeindeoberhaupt versprach, die Thematik bald noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen.

Indes sagen Insider, dass der pH-Wert der unteren Struga extrem niedrig, also stark sauer, sei. Eingespülter Laich von Fröschen überlebe in diesem Milieu nur ganz wenige Tage. Nach Angaben der Umweltbehörde des Landkreises Bautzen beschäftigt sich eine länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft zur Flussgebietsbewirtschaftung mit der erhöhten Sulfat- und Eisenbelastung in den bergbaubeeinflussten Gewässern der Lausitz.

Das Bergbauunternehmen Vattenfall bestätigt auf Nachfrage einen pH-Wert von drei (stark sauer). Wie es dazu kommt, sei noch nicht geklärt, sagt Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer. Das Phänomen werde derzeit durch ein vom Landkreis beauftragtes Ingenieurbüro erforscht. Ergebnisse seien noch nicht bekannt.