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Stromrechnung ist nun transparent

Geschäftsführer Eckbert Scherber beim Vortrag.
Geschäftsführer Eckbert Scherber beim Vortrag. FOTO: K. Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Traditions- und Förderverein Glückauf Schwarze Pumpe ließ sich vom Energieversorger aus Hoyerswerda gründlich informieren. Katrin Demczenko

(dcz1) Die Mitglieder des Traditions- und Fördervereins Glückauf Schwarze Pumpe interessieren sich für Themen der Energiewirtschaft. Deshalb hat in dieser Woche Eckbert Scherber, Geschäftsführer des Energieversorgers Dreischtrom aus Hoyerswerda, vor ihnen in der NHV-Begegnungsstätte "Grüner Hain" einen Vortrag gehalten. Er erklärte, welche Netze elektrischer Strom bis zur heimischen Steckdose durchfließt, welche Bestandteile im Grund- und Arbeitspreis der Stromrechnung stecken und den Sinn des im Vorjahr beschlossenen Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende.

Elektroenergie entsteht in Deutschland aus 29 Prozent erneuerbaren Energieträgern, 23 Prozent Braun- und 17 Prozent Steinkohle sowie anderen Stoffen. Sie fließt in Ostdeutschland vom Übertragungsnetz der 50 Herz Transmission GmbH in regionale Netze, wie das der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH. 90 Prozent des deutschen Stroms werden an der Leipziger EEX-Börse gehandelt und der Kunde bezieht ihn über seinen Energieversorger zum Festpreis oder zum aktuellen Börsenstundenpreis, sagte Eckbert Scherber. Beim Festpreisvertrag, den meist Haushalte, kleine Handwerker oder Händler haben, macht der Anteil des Stromeinkaufspreises nur etwa 13 Prozent aus.

Die anderen Bestandteile der Rechnung sind zum Beispiel die Stromsteuer mit neun Prozent, die das Konsumverhalten lenken soll und die staatliche Rentenkasse füllt. Mit der Erneuerbare-Energien-Umlage (29 Prozent) und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Aufschlag (zwei Prozent) wird die künftig noch stärkere Nutzung erneuerbarer Energieträger finanziert. "Diese Anteile der Stromrechnung sind bundesweit gleich hoch", so Eckbert Scherbe. Nach der Einwohnerzahl der Kommune richtet sich die Konzessionsgebühr, die in Hoyerswerda 1,59 Cent/kWh beträgt. Die Stadt erhält sie für die Nutzung öffentlichen Geländes zur Netzdurchleitung. Die Höhe des Stromeinkaufspreises, das Netznutzungsentgelt einschließlich der Summe für den Messstellenbetrieb und den Arbeitspreis kann der Kunde durch die Wahl seines Stromanbieters und seinen Elektroenergieverbrauch beeinflussen.

Die Stromabrechnung basiert beim Festpreisvertrag auf verbrauchsüblichen Standardleistungsprofilen und nach dem Börsenstundenpreis seit 2017 auf Messwerten des intelligenten Messsystems Smart-Meter. Alle 15 Minuten gelangen diese sicher verschlüsselt zum Energieversorger, erklärte Eckbert Scherber. Für Verbraucher mit mehr als 10 000kWh sind ab diesem Jahr Smart-Meter vorgeschrieben. Die Umrüstung erfolgt in den folgenden Jahren. Haushalten steht frei, die neue Technik zu nutzen. Bisher kostet bei Dreischtrom eine Messstelle für den Haushalt jährlich 13,09 Euro. Der Einbau des Smart-Meters kostet einmalig 69 Euro und der jährliche Betrieb ebenso viel. Der Vorteil des intelligenten Messsystems ist, den Stromverbrauch über den Tag genau zu erfassen und so Stromfresser zu enttarnen, so der Experte. Das geht dann auch per Handy-App.

Vereinsmitglied Hans-Jürgen Kobus dankte dem Referenten für die interessanten Informationen und sagte, dass der eigentlich vorgesehene Vortrag über die Energiestrategie Deutschlands von Prof. Dr. Kathrin Lehmann von der BTU Cottbus/Senftenberg im Mai stattfindet.