Von Sascha Klein

Ab dem 9. Dezember 2019 soll der neue Fahrplan der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) in Kraft treten. Die VGH-Verantwortlichen wollen dem Stadtverkehr damit ein neues Gesicht geben und einige Linien verändern und Angebote für Nutzer verbessern.

Ein wesentlicher Kritikpunkt: drei Haltestellen in der Altstadt sollten wegfallen: Markt, Kirchstraße und Alte Post. Schon nach Bekanntwerden der Pläne hatte es aus einigen Richtungen Kritik gegeben, unter anderem auch von der Seniorenbeirats-Chefin Gabriele Mark.

Jetzt hat es ein Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister und VGH-Prokurist und Leiter Verkehr Klaus-Peter Meyer zur künftigen Streckenführung der VGH-Busse gegeben. Das Ergebnis: die drei Haltestellen im Altstadt-Zentrum bleiben bestehen. Das bedeutet: Die künftige Linie 2 (Verkehrsbetriebe – Lausitzer Platz – Bahnhof) wird geteilt. Auf dem Weg zum Bahnhof wird die Linie die Haltestellen Markt, Kirchstraße und Alte Post bedienen. Auf der Rückfahrt Richtung Neustadt hält der Bus dafür an den Stationen Kastanienhof, Kolpingstraße und Alte Berliner Straße. Die Folge: Da die Kirchstraße nur einseitig zu befahren ist, kommen Nutzer der Linie zwar in den Altstadt-Kern, müssen für den Rückweg jedoch trotzdem die Haltestellen „Grundschule Am Park“ oder „Kastanienhof“ nutzen. Die Situation in Hoyerswerdas Altstadt bleibt also, wie sie derzeit ist. Nur die Linienführungen generell ändern sich.

Die VGH wollte mit ihrer ursprünglichen Planung Ressourcen bündeln und weniger gut frequentierte Strecken – wie die über die Kirchstraße – ausklammern. Jedoch hatte Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) bereits vor der Sommerpause gesagt, dass aufgrund der Kritik noch einmal über die geplante Linienführung gesprochen werden müsse. Nach dem jüngsten Treffen zwischen Stadtspitze und VGH sind diese Änderungen nun vom Tisch. Diese Lösung bedeutet aber auch, dass Fahrgäste von der Alten Berliner Straße, der Kolpingstraße und vom Kastanienhof nur in Richtung Neustadt fahren können – mit Ausnahme der Zeiten, in der die neue geplante Linie 4 diese Strecke bedient. Das ist jedoch montags bis freitags nur von vier bis 6.35 Uhr und 17.30 Uhr bis 20.09 Uhr.

Die zweite Änderung zum Plan: Die künftige Linie 2 wird vom Bahnhof bis zum Globus-Markt verlängert, damit es auch von der Altstadt aus eine Möglichkeit gibt, den Markt zu erreichen, sagt Klaus-Peter Meyer. Sie führt dann vom Bahnhof über die Heinrich-Heine-Straße und Behördenpark (Dillinger Straße) zum Globus-Markt. Bisher war geplant, nur die Linie 3 vom Waldfriedhof über den Lausitzer Platz bis zu Globus zu führen.

Es gibt noch eine dritte Änderung für die VGH-Verantwortlichen einzuarbeiten: Die Linie 3 (geplant Waldfriedhof bis Globus) soll auch weiterhin den Gewerbepark Kühnicht – und damit unter anderem „Thomas Philipps“ und den Standort von Pilzzüchter Integra anfahren. Auch diese Verbindung hatte die VGH vorerst einsparen wollen, weil wenige sie nutzen. Jetzt wird jedoch das Signal seitens der Stadtverwaltung gesendet, dass sowohl der Gewerbepark als auch der direkt anschließende Scheibe-See durch den Stadtverkehr erreichbar sind.

Was für die VGH-Kunden deutlich besser wird: der Anschluss an die Bahn. Wie Klaus-Peter Meyer betont, wird sich der Bus-Fahrplan ab Dezember deutlich besser an den der Bahn anpassen. Die Züge RE 15 (Hoyerswerda – Dresden) und S 4 (Hoyerswerda – Leipzig) sollen zeitgleich in Hoyerswerda eintreffen, sodass ein reibungsloses Umsteigen in die Stadtlinie möglich wird. Das war zu Zeiten des Streckenbaus auf der Niederschlesischen Magistrale nicht immer möglich. Zuletzt waren die Züge nur eine Minute vor der Abfahrt des Busses gekommen, so Meyer. Er betont, dieses Problem sei zustande gekommen, weil die Bahn Fahrplan-Infos zu spät an die VGH weitergeleitet hatte.

Bei allen Fahrplan- und Streckenveränderungen soll eine Errungenschaft in Hoyerswerda jedoch unbedingt bestehen bleiben: das Rendez-vous-Prinzip. Das sichert den Fahrgästen, dass sie am Lausitzer Platz Umsteigemöglichkeiten in alle Stadtlinien haben.