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Streit um Betriebsratswahl

Wittichenau. Über die Gründung eines Betriebsrates im Maja-Möbelwerk in Wittichenau ist zwischen der Gewerkschaft IG Metall und der Firmenleitung ein Streit entbrannt. Tiefe Gräben sind dabei schon während der Vorbereitungen für die geplante Gründung und Wahl eines Betriebsrates aufgebrochen. Catrin Würz

So hat am 25. Januar eine Betriebsversammlung mit über 400 Mitarbeitern in dem Möbelunternehmen im Gewerbepark Brischko stattgefunden. Ziel sollte es sein, einen Wahlvorstand zu wählen, der die Wahl eines Betriebsrates vorbereitet. Im Ergebnis der Veranstaltung hat die IG Metall einen dreiköpfigen Wahlvorstand präsentiert. Doch diesen möchte die Geschäftsführung des Unternehmens aus formalen Gründen nicht anerkennen. Die Betriebsversammlung habe beschlossen, aufgrund der Firmengröße und des Schichtbetriebes einen Wahlvorstand mit fünf Mitgliedern zu wählen. Doch bei der Wahl haben offenbar nur drei von zehn Bewerbern die nötige Stimmenanzahl erhalten. Das moniert Maja-Geschäftsführer Uwe Gottschlich und kritisiert zugleich ein aggressives Vorgehen der Gewerkschaft, die kein konstruktives Gespräch zulasse.

Gottschlich weist den Vorwurf zurück, eine Betriebsratswahl verhindern zu wollen. "Maja befürwortet die Bildung einer konstruktiven Mitarbeitervertretung. Jedoch müssen sich alle beteiligten Partner dabei an die gesetzlichen Rahmenbedingungen halten", erklärt die Firmenleitung in einer Pressemitteilung.

Gewerkschaftssekretär Uwe Garbe von der IG Metall Ostsachsen geht indes davon aus, dass der dreiköpfige Wahlvorstand als rechtmäßig gewählt gilt. Er bezeichnet das Handeln der Firmenleitung als Störfeuer, um für die rund 600 Beschäftigten am Standort Wittichenau einen Betriebsrat zu blockieren. Gegen Garbe hat Maja Möbel inzwischen ein Hausverbot ausgesprochen.

Nun sind Anwälte eingeschaltet, die die Situation klären sollen.